Weihnachtsbaumerzeuger vor Herausforderungen

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Die Erzeuger von Weihnachtsbäumen sehen sich mit großen Herausforderungen konfrontiert. Foto: Gartenbau NRW

Die Erzeuger von Weihnachtsbäumen erwarten auch in diesem Jahr gute Qualitäten bei ihren Produkten. Vor allem im Sauerland als eines der größtes Anbaugebiete Europas bereitet man sich aktuell auf die Saison vor und hat während der pflege- und arbeitsintensiven Sommermonate mit einigen Herausforderungen zu kämpfen.  

Gestiegene Kosten und Ukraine-Konflikt

Die Themen Kostensteigerungen bei Rohstoffen und Energie beherrschen aktuell die gesamte Branche, auch die Erzeuger von Weihnachtsbäumen. Eines der größten Anbaugebiete liegt im nordrhein-westfälischen Sauerland. Nahezu jeder dritte verkaufte Weihnachtsbaum stammt laut Gartenbauverband NRW aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland. In diesem Jahr spielten die Witterungsbedingungen sehr gut mit. Es gab demnach keine Beeinträchtigungen durch extreme Wetterereignisse wie Hagel, Sturm oder späte Kälteeinbrüche. Die Bäume konnten gut und in Ruhe wachsen, trotzdem stehen die Erzeuger vor großen Herausforderungen durch gestiegene Preise infolge von Inflation, höheren Löhnen und bei der Logistik zu kämpfen. „Zudem beeinflusst der Krieg in der Ukraine nicht nur die Treibstoffkosten, sondern könnte auch Saisonarbeitskräfte aus Osteuropa davon abhalten nach Deutschland zu kommen“, so Eberhard Hennecke, Vorsitzender der Fachgruppe Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger im Landesverband Gartenbau NRW.    

Pflegeintensive Handarbeit benötigt

Saisonarbeitskräfte werden allerdings genau in der aktuellen Wachstumsphase dringend benötigt. Im Juni und Juli treiben die Tannen aus und verlangt viel arbeitsintensive Pflege. Um einen gerade und gleichmäßig gewachsenen Baum zu erhalten müssen unter anderem junge Triebe eingekürzt werden, Lücken mit einem Zweigregler, der die vorhandenen Zweige näher zusammenwachsen lässt, versehen und fehlende Spitzen durch mit einem Stützstab hochgebundene Seitentriebe ersetzt werden. Diese und weitere Arbeiten können demnach nur von Hand ausgeführt werden und benötigen somit bei mehreren tausend Bäumen auch zahlreiche Saisonarbeitskräfte.

Trend zur Regionalität hält weiter an

In den vergangenen Jahren zeichnete sich bereits ab, dass das Thema Regionalität auch bei Weihnachtsbäumen immer bedeutender wird. Der Landesverband Gartenbau NRW erwartet daher auch in diesem Jahr wieder eine erhöhte Nachfrage nach regional produzierten Weihnachtsbäumen. „Inzwischen werden 25 Prozent der Bäume direkt bei landwirtschaftlichen Betrieben gekauft. 25 Prozent im Straßenhandel und der Rest in Supermärkten sowie in Garten- und Baumärkten. Dabei ist der beliebteste Weihnachtsbaum immer noch die Nordmanntanne, gefolgt von Blaufichte und Nobilis“, erklärt Hennecke weiter.