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Weitere Unwetterschäden: Hagel zertrümmert Gewächshäuser

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Schwere Unwetter sorgten in den vergangenen Tagen erneut auch im Gartenbau für zum Teil erhebliche Schäden. „Hagelkörner fast so groß wie Hühnereier“ zertrümmerten etwa im niedersächsischen Müden an der Aller die kompletten Gewächshäuser eines produzierenden Endverkaufsbetriebs, wie die örtlichen Tageszeitungen meldeten.

Gärtnerei: 60 Prozent der Gewächshaus-Scheiben gingen zu Bruch

Das Gewitter war am vergangenen Samstagmorgen (15. Juni) am westlichen Rand des Landkreises Gifhorn entlanggezogen, Kerngebiete waren den Medien zufolge die Gemeinden Wesendorf, Ummern und Müden. Besonders hart hat es eine dort ansässige Gärtnerei getroffen, bei der das Unwetter Schäden an sämtlichen Gewächshäusern verursachte.

„Hagelkörner fast so groß wie Hühnereier“ zertrümmerten demnach 60 Prozent der rund 2.000 Quadratmeter Fläche überdachenden Glaseindeckung. Ein Teppich aus Scherben liegt dort, die Sommerblumen voller Glassplitter „müssen wir wegwerfen“, so die Inhaber. Dennoch gehe der Verkauf weiter: Ob Schnittblumen oder Rosen, „wir haben ja noch einiges, was nichts abbekommen hat“. Weitere Schäden in Gärtnereien gab es im Großraum Hannover.

Starkregen setzte Gärtnerei in Überlingen unter Wasser

Am anderen Ende der Republik traf es eine Gärtnerei in Überlingen. Dort zog am vergangenen Samstagabend (15. Juni) eine Unwetterfront mit Starkregen von Süd nach Nord über den Polizeibezirk Konstanz und setzte eine dort ansässige Gärtnerei unter Wasser. Der nahegelegene Nellenbach sei von normalerweise einem Meter Breite auf das Fünffache angewachsen, wie der Gärtnerei-Inhaber gegenüber lokalen Medien angab. Zum Glück sei sein Betrieb „wasserfest eingerichtet“, so der Gärtner weiter.

Vereinigte Hagelversicherung: „Bislang kein Tag ohne Schadenmeldung“

„Bislang kein Tag ohne Schadenmeldung“ – so fasst die Vereinigte Hagelversicherung, die im Gartenbau Freilandkulturen und insbesondere Gemüse- und Obstbau versichert, die bisherige Unwetter-Situation im Juni zusammen. Ein Schadensschwerpunkt sei im Norden, insbesondere im Großraum Hannover bis hin zum Alten Land, wie die Versicherung gegenüber der TASPO erklärte.

Beim Obst wurden viele Kern- und Beerenobst-Kulturen geschädigt, beim Gemüse liege die versicherte geschädigte Fläche bei rund 300 bis 400 Hektar. Im Einzelfall gab es erhebliche Schäden. Getroffen habe es vor allem Blattgemüse, Junganlagen von Spargel, aber auch Arznei- und Gewürzpflanzen, so die Vereinigte Hagelversicherung.