Weiterqualifizierung am Traditionsstandort

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Führungskräfte für Baumschulen
Die Fachschulen für Agrartechnik und Gartenbau in Dresden-Pillnitz bieten als einzige Schulen in Sachsen seit 1990 Fortbildungen für Meister und Techniker in allen Sparten des Gartenbaus an.

Die Schulen gehören zum Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), das mit dem Julius Kühn-Institut (JKI), der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTW) und dem Schloss & Park Pillnitz im namhaften „Grünen Forum Pillnitz“ eng verbunden ist. Die daraus entstehenden Synergien bei der Lehr- und Versuchstätigkeit bieten auch den Fachschülern viele Vorteile.

Modell Winterklasse
Das Besondere an der Meisterfortbildung in Pillnitz ist, dass sie verteilt auf zwei Winterhalbjahre stattfindet: Der Unterricht dauert immer von November bis März. Dieses Teilzeitmodell habe sich bewährt, weil so niemand seine Stelle aufgeben müsse, so Harald Buner. Er ist seit 25 Jahren in Pillnitz als Fachlehrer für Baumschule und Pflanzenkunde/-verwendung tätig, unterrichtet aber auch die GaLaBau-Klassen. Die Meisterkurse für Baumschuler und GaLaBauer beginnen im jährlichen Wechsel.

Die Gruppe der angehenden Baumschulmeister ist meist recht klein (drei bis fünf Schüler pro Durchgang), so dass eine intensive, sehr persönliche Betreuung möglich ist. Derzeit sind allerdings keine Baumschuler da, zuletzt haben Kandidaten im Sommer 2016 ihre Meisterprüfung abgelegt.

Die Baumschuler werden hier mit den anderen Produktionsgartenbauern im fachübergreifenden Unterricht zusammengefasst: Das sind sowohl Deutsch und Kommunikation als auch Lernfelder wie Mitarbeiterführung, Berufsausbildung oder Aspekte der Unternehmensführung. Der fachspezifische Unterricht im Bereich Baumschule dreht sich vor allem um die Produktion und Vermarktung von Gehölzen.

Standortvorteile
Die angehenden Meister profitieren von den Stärken des grünen Standorts Pillnitz, wo sie insbesondere ihr Pflanzenwissen erweitern und vertiefen können: Ihnen steht das umfangreiche Gehölzsortiment auf dem Versuchsfeld ebenso zur Verfügung wie der berühmte Pillnitzer Schlosspark mit seinen Pflanzensammlungen und dendrologischen Besonderheiten. „Gemeinsame Begehungen des Parks sind fester Bestandteil des Unterrichts. Wir beschäftigen uns dabei mit den Sortimenten, besonders auch mit alten Baumexemplaren“, erläutert Harald Buner.


Projekte auch präsentieren
Projekte finden grundsätzlich nur im ersten Winterhalbjahr statt. Aufgrund der kurzen Zeit handelt es sich um kleinere Projekte, die sich um die Planung und Gestaltung eines Ausstellungsobjekts drehen.

Die Projekte laufen unter einem Oberthema, das von allen Produktionsgärtnern bearbeitet wird, beispielsweise „Pflanzen brauchen Ruhe“. „Das geht gut, denn daran kann man verschiedene Aspekte wie Vernalisation oder Winterblühersortimente abhandeln“, erklärt Buner.


Blick über den Tellerrand
Im zweiten Winterhalbjahr liegt der Fokus auf dem Unterricht, außerdem stehen eine Exkursion und die Vorbereitung auf die Meisterprüfung an, die dann im Sommer stattfindet.

Die Exkursion ergänzt den Unterricht und kann sowohl fachrichtungsübergreifend (die gesamte Klasse gemeinsam) als auch fachspezifisch stattfinden – dann fährt Harald Buner alleine mit der Gruppe der Baumschuler. „Die Schüler dürfen das selber entscheiden.“

Vielseitiger Technikerkurs
Pillnitz ist die einzige Fachschule, wo noch alle Richtungen des Produktionsgartenbaus plus Dienstleistungsgartenbau in der zweijährigen Technikerfortbildung (Vollzeit) gelehrt werden. „Damit sind unsere Techniker recht breit ausgebildet und gut auf eine Tätigkeit beispielsweise im Gartencenter vorbereitet“, betont Buner. Diese Vielseitigkeit gehe allerdings auf Kosten der Detailkenntnisse. Die Fachschüler werden aber vorher beraten, damit sie genau wissen, was auf sie zukommt.

Infos/Kontakt
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), Fachschule für Agrartechnik/Gartenbau www.smul.sachsen.de/lfulgal

Erfahren Sie mehr über die Weiterqualifizierung im ausführlichen Bericht der Deutschen Baumschule, Ausgabe 07/2017.




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