Grüne Branche

Welcher Baum ist zukünftig der Richtige?

Die Frage "Welcher ist zukünftig der Richtige?" bezieht sich auf Stadtbaumarten im Zuge des Klimawandels und war Inhalt eines Baumfachseminares in Müllheim. Die Veranstalter, Ulrich Pfefferer, Unternehmer der Firma BAUMkultur aus Müllheim und Baumsachverständiger Dr. Thomas Herdt aus Offenburg, hatten für hochkarätige Referenten gesorgt. Vorträge der Professoren Andreas Roloff (Lehrstuhl für Forstbotanik an der Technischen Universität in Dresden) und Hartmut Balder (Technische Fachhochschule Berlin, Fachbereich V - Gartenbau) beschäftigten sich mit der Situation der Stadtbäume.Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Situation der Stadtbäume und die Konsequenzen für die Artenwahl, waren Inhalt des Vortrages von Professor Roloff. Schon ohne Klimawandel kann das Dasein als Stadtbaum ein schweres Schicksal sein: Zu wenig Wurzelraum, schlechter Boden, kaum Wasser, Verletzungen und damit einhergehend eine höhere Anfälligkeit gegen Pathogene, so der Alltag vieler Stadtbäume. Bei zwei Grad Celsius Temperaturanstieg und 100 Millimeter weniger Niederschlag im Jahr sind diese Exemplare einem erhöhten Trockenstress ausgesetzt. Die Reaktionen auf Trockenstress sind vielfältig und gehen vom Schließen der Spaltöffnungen, der Erhöhung der Saugspannung, der Ausbildung kleinerer Blätter, bis hin zum Abwerfen ganzer Zweige. Fakt ist jedoch, dass an den schönsten Sommertagen oft keine Photosynthese erfolgen kann, da kein CO2 mehr durch die geschlossenen Spaltöffnungen kommt. Deshalb sollte die Herkunft der Pflanzen und die damit einhergehenden Anpassungsprozesse laut Roloff bei der Auswahl unbedingt berücksichtigt werden, denn auch Pflanzen speichern Erlebtes in ihren Zellen ab. "Die meisten Baumschulen verwöhnen ihre Zöglinge, damit diese schneller verkaufsfertig sind", stellte Roloff fest. Hier wäre ein Umdenken nötig, welches durch Forschung untermauert gehört. Laut Roloff wird von Pflanzen erlebter Trockenstress abgespeichert und führt zu einer besseren Reaktion bei erneutem Auftreten. Was die weiteren Referenten zum Thema zu sagen hatten, lesen Sie in der TASPO 34/09.