Grüne Branche

Weltfrauentag: Zusätzlicher Umsatz bleibt überschaubar

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Premiere in diesem Jahr: Erstmals war der Weltfrauentag am 8. März in Berlin ein gesetzlicher Feiertag. Wirtschaftsexperten prognostizierten bereits im Vorfeld eine deutliche Schmälerung des Bruttosozialprodukts als Konsequenz. Auch Floristen waren von dem neuen Feiertag betroffen.

Blumen sollen als Geschenk zum Weltfrauentag ein Symbol der Anerkennung sein. Foto: Pixabay

Florist-Fachgeschäfte durften am Weltfrauentag öffnen

So ging etwa ein Berliner Florist in diesem Jahr von Umsatzverlusten im vierstelligen Bereich aus, weil einer der umsatzstärksten Tage nun plötzlich gesetzlicher Feiertag ist. „Die meisten Kunden kaufen sonst Blumen spontan an diesem Tag“, so seine Erfahrung.

Immerhin: Floristen waren am Weltfrauentag von den Einschränkungen des Berliner Ladenöffnungsgesetzes weitgehend ausgenommen. Denn dieses sieht für Verkaufsstellen mit einem besonderen Sortiment – hier Blumen und Pflanzen – spezielle Öffnungszeiten für Sonn- und Feiertage vor. Demzufolge war es Florist-Fachgeschäften in der Bundeshauptstadt erlaubt, von sieben bis 16 Uhr zu öffnen.

Im Westen Berlins blieben viele Floristen geschlossen

Wie eine nicht-repräsentative Ad-hoc-Umfrage des Fachverbands Deutscher Floristen (FDF) – Landesverband Berlin-Brandenburg ergeben hat, wurden diese maximal möglichen Öffnungszeiten der Florist-Fachgeschäfte allerdings meist deutlich unterschritten.

„Speziell im Westteil der Stadt hatten zahlreiche Florist-Fachgeschäfte ganz geschlossen. Allerdings war hier der zusätzliche Umsatz am Frauentag bereits in den vergangenen Jahren überschaubar“, erklärt Wolfgang Hilbich, Geschäftsführer des FDF-Landesverbands Berlin-Brandenburg. Zusätzlich sei zu bedenken, dass „Öffnungszeiten an gesetzlichen Feiertagen natürlich erhöhte Arbeitsbelastung und zusätzliche Personalkosten durch entsprechende Zuschläge“ bedeuten, so Hilbich.

Weltfrauentag im Eilverfahren als gesetzlicher Feiertag durchgeboxt

Die Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK) kalkulierte im Vorfeld des Weltfrauentags, den die rot-rot-grüne Landesregierung in diesem Jahr im Eilverfahren und über alle gesetzlichen und politischen Hürden hinweg als neuen Feiertag in Berlin durchgeboxt hatte, allein für diesen Tag mit einer Schmälerung des Bruttosozialprodukts in Höhe von 160 Millionen Euro.

Die abrupte Änderung hatte zudem gravierende Folgen im Alltagsleben der Bundeshauptstadt: So mussten Gerichte hunderte für diesen Tag angesetzte Verhandlungen absagen, und die Berliner Verkehrsbetriebe einen unerwarteten zusätzlichen Feiertagsfahrplan mit 300 weniger Fahrern einführen. Einzig Gastronomie und Freizeiteinrichtungen rechneten am Weltfrauentag mit einem zusätzlichen Umsatzschub.

„Berlin war voll – aber nur mit Touristen“

„Klar ist natürlich, dass ein Feiertag die Stadt zumindest von den potenziellen Kunden entvölkert und ein Umsatzrückgang vorprogrammiert war. Voll war Berlin zwar nach wie vor – aber eben nur mit Touristen“, so Hilbichs Fazit zum Weltfrauentag 2019.