Grüne Branche

Weniger Ernte, weil Saisonkräfte fehlen - Arbeitskräfte aus Drittstaaten eine Lösung?

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Den Gemüsebauern werden vielerorts die Erntehelfer knapp, deshalb fordern sie die Öffnung für Arbeitskräfte aus Drittstaaten. Da, wo Helfer fehlen, bleiben dann Spargel oder Erdbeeren derzeit durchaus mal auf dem Feld, Spargelanbauer lassen Bestände schneller durchtreiben, um dem zu entgehen – und spielen sogar mit dem Gedanken, einzelne Flächen künftig still zu legen. Die Situation ist fatal und verlangt nach einer Lösung.

Gibt es auf den Spargelfeldern bald nur noch leere Kisten, weil keine Erntehelfer mehr verfügbar sind? Foto: Mirko Graul / Fotolia

Deutschland für Erntehelfer zunehmend unattraktiv

„Durch die dynamische Entwicklung der Volkswirtschaften in den mitteleuropäischen Ländern wie beispielsweise Polen verschiebt sich bereits seit einigen Jahren das Hauptherkunftsland der Saisonkräfte von Polen in Richtung Rumänien. Durch eine zunehmend positive Entwicklung der Arbeitsmärkte in diesen Herkunftsländern und durch einen starken demographischen Effekt wird für viele Menschen aus diesen Ländern eine Saisonarbeit als Ernte- oder Gartenbauhelfer in Deutschland weniger attraktiv“, erläutert Dr. Matthias Heyder, Fachbereichsleiter Arbeitnehmerberatung und Weiterbildung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (Oldenburg), gegenüber der TASPO die Situation.

Jobs ohne Ausbildungsanforderung machen aufgrund Bezahlung Konkurrenz

Hinzu kommt, dass andere ungelernte Jobs – vom Kurierfahrer bis zum Mitarbeiter auf dem Bau – den Erntehelferarbeiten Konkurrenz machen, weil sie oft besser bezahlt und unter Umständen attraktiver sind.
Die Auswirkungen zeigen sich laut Jochen Winkhoff, Geschäftsführer der Bundesfachgruppe Gemüsebau im Zentralverband Gartenbau (ZVG), gerade in diesem Jahr deutlich: „Besonders unsere Spargelbetriebe melden zunehmend Engpässe bei den ausländischen Saisonarbeitskräften.“ Einnahmeverluste sind eine der Folgen.

Als eine wichtige Lösung, um dem Kräftemangel Herr zu werden, nennt Winkhoff die Öffnung für Arbeitskräfte aus Drittstaaten – denn Handarbeit werde in der Landwirtschaft immer notwendig sein. „Es kämen die Ukraine oder auch Weißrussland in Betracht. Weil aber diese Länder nicht Mitglieder der Europäischen Union sind, bräuchte es dafür ein Abkommen mit beiden Staaten“, fordert der Experte.

Mehr dazu lesen Sie in TASPO 23/2018, die heute erschienen ist, auf den Seiten 3 und 4.