Grüne Branche

Wettbewerb Entente Florale: Das „Wir-Gefühl“ einer Stadt fördern

Klaus Groß ist Bürgermeister von Westerstede und neuer Vorsitzender des Komitees Entente Florale. Auf dem sechsten Norddeutschen Gartenbautag auf der Internationalen Gartenschau (igs) 2013 in Hamburg stellte Groß am Beispiel „seiner“ Stadt dar, wie man die Bürger an diesem Wettbewerb beteiligen, mitnehmen und letztlich auch begeistern kann. Damit werde die Entente Florale zu einem Marketinginstrument, mit dem die grüne Stadtentwicklung vorangetrieben werden könne.

Dresden gewann 2012 beim Bundeswettbewerb eine Goldmedaille. Foto: Entente Florale

Seine Erkenntnis: Die Entente Florale bringt Verwaltung, Betriebe und Bürger – alte und junge – zusammen, und zwar ohne große finanzielle Mittel, manchmal nur mit kleinen Umstrukturierungen. So entwickle sich ein „Wir-Gefühl“ und die Überzeugung, dass sich der Einsatz für die Verbesserung der eigenen Lebensumwelt lohnt. In Westerstede funktioniere das inzwischen fast von selbst. Groß nannte die schon sehr gut etablierte, alle vier Jahre stattfindende Ausstellung „Rhodo“, an der sich 80 Baumschulen der Region beteiligten.

Andere Beispiele für privates und Sponsoren-Engagement seien vorgetriebene gelbe Tulpen in den wegebegleitenden Beeten der Radfahrerstadt. Ein Dorf pflege beispielsweise den Garten des Dorfgemeinschaftshauses in Eigenregie. Ein schöner Beleg für die sich entwickelnde Eigendynamik sei die gewonnene NDR-Wette, bei der 200 Menschen sich als Blume „verkleideten“ und gemeinsam ein Lied sangen.

Westerstede, die „Gesundheitsstadt im Grünen“, habe die Teilnahme am Wettbewerb und die Goldmedaille auf europäischer Ebene im Jahr 2010 auf jeden Fall vorangebracht, so Groß. Es gab einen großen Schub durch die Teilnahme. Das Zurverfügungstellen von Räumlichkeiten durch die Stadt fördere außerdem das ehrenamtliche Engagement der Bürger, wie Groß am Beispiel der Westersteder Apothekervilla zeigte, die inzwischen verschiedenen Gruppen als Treffpunkt dient. Einige ausländische Jury-Mitglieder zeigten sich bei der damaligen Bereisung der Teilnehmerstädte durchaus interessiert an diesem Konzept, da auch in ihren Städten ein Mangel an Räumlichkeiten für private Gruppen bestehe.

Es sei immer gut, wenn der Bürgermeister „Ja“ sagt und das Grünflächenamt mitmacht bei der Teilnahme am Wettbewerb Entente Florale, aber es gehe eben auch sehr viel Initiative von den Bürgern aus, so Klaus Groß, der damit den Spruch von John F. Kennedy, der vor Westerstedes Rathaustür steht, bestätigt sieht: „Keiner weiß so viel wie wir alle zusammen!“

20 Städte und Gemeinden stellen sich in diesem Jahr dem Wettbewerb, der unter dem Motto „Reiche Blüte – reiche Ernte“ steht. Im Juli 2013 werden die Teilnehmerkommunen von der Jury besucht und bewertet. (jen)