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Wettbewerb: integrative Gartenprojekte gesucht

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Gartenprojekte, die Geflüchtete miteinbeziehen oder sogar von diesen ins Leben gerufen wurden, sind beim Wettbewerb „Gärten der Integration“ gesucht. Die besten drei belohnt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mit einem Preisgeld.

Der interkulturelle und inklusive Gemeinschaftsgarten „zusammen gärtnern“ des Freiburger Vereins „zusammen leben“ ist einer der ausgezeichneten „Gärten der Integration“ 2017. Foto: Marc Doradzillo

Erfolgserlebnisse durch gemeinsames Gärtnern

„Das gemeinsame Gärtnern sorgt für Erfolgserlebnisse und die Gärtner erfahren Wertschätzung durch die Gemeinschaft. Im Alltag zwischen Sprachkursen und Behördengängen kann dieser Austausch eine äußerst wertvolle und sinnstiftende Abwechslung sein“, erklärt Silke Wissel, Projektverantwortliche bei der Deutschen Umwelthilfe, den Hintergrund des Wettbewerbs.

Wenn Geflüchtete bei der gemeinsamen Gartenarbeit „Wurzeln schlagen“, dabei die deutsche Pflanzen- und Tierwelt kennenlernen und Kontakte knüpfen können, leiste dies einen Beitrag dazu, sich mit dem Leben in der Bundesrepublik vertraut zu machen und einen Platz in der Gesellschaft zu finden.

Zudem könnten Geflüchtete in integrative Gärten eigene Fähigkeiten einbringen. „Geflüchtete bereichern Gartenprojekte durch Gartenbau- und Agrarwissen aus den Heimatländern, durch handwerkliches Geschick, Kochkünste oder mit dem Willen zum Anpacken“, so Wissel.

Motto des diesjährigen Wettbewerbs: „Empowerment“

Der diesjährige Wettbewerb der Deutschen Umwelthilfe steht unter dem Motto „Empowerment“ – sprich: die Erfahrung, dass die eigenen Fähigkeiten gebraucht werden und Veränderungen herbeiführen können. „Solche Erlebnisse sind wichtig für jeden Menschen; für Geflüchtete sind sie zusätzlich ein Schlüssel zur Integration in unsere Gesellschaft“, ist die Deutsche Umwelthilfe überzeugt.

Einer der Preisträger des letztjährigen Wettbewerbs ist der interkulturelle und inklusive Gemeinschaftsgarten „zusammen gärtnern“ des Freiburger Vereins „zusammen leben“. Der im Sommer 2016 eröffnete und im Freiburger Stadtteil Vauban gelegene Garten zeichnet sich unter anderem durch barrierefreie Wege sowie vielfältige Angebote zur Kultur- und Umweltbildung aus.

Menschen mit und ohne Fluchterfahrung bauen gemeinsam Gemüse an

„Hier am Dorfbach in Freiburg entstand in kürzester Zeit ein Gelände, auf dem sich Menschen mit unterschiedlichsten Lebensgeschichten und Kulturen begegnen, sich über die Natur und das Gärtnern austauschen und voneinander lernen“, begründet Wissel die Auszeichnung. Das Gemeinschaftsgefühl wird unter anderem durch interkulturelle „Sprach-Tandems“ oder den gemeinschaftlichen Gemüseanbau durch Familien und junge Erwachsene mit und ohne Fluchterfahrung gestärkt.

„Was die Jury besonders beeindruckte war, mit welcher Konsequenz die Gärtnerinnen und Gärtner die kulturelle Vielfalt im eigenen Garten leben und sich dabei über den Gartenzaun hinaus mit Initiativen vernetzen, sich fortbilden und sich für eine offene Gesellschaft engagieren“, so Wissel.

Ab sofort für „Gärten der Integration“ bewerben

Wie bereits im vergangenen Jahr, können sich an dem durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) innerhalb des Sonderprogramms „Umwelt und Geflüchtete“ geförderten Wettbewerb „Gärten der Integration“ sämtliche Gartenprojekte und Initiativen beteiligen, die Geflüchtete miteinbeziehen.

Da insgesamt drei Projekte mit einem Preisgeld von je 500 Euro ausgezeichnet werden, sind auch die Einsendefristen entsprechend gestaffelt und enden jeweils am 31. Mai (erste Auszeichnung), am 31. Juli (zweite Auszeichnung) sowie am 30. September (dritte Auszeichnung).