Grüne Branche

Wichtig für die Zukunft: raus aus dem Betrieb!

Raus aus dem Teufelskreis, raus aus dem Hamsterrad, wandlungsfähig und geschmeidig bleiben, dabei immer den Überblick behalten: Aufbruch und Erneuerung in den Betrieben, in einem heiß umkämpften Zierpflanzenmarkt, kann nur so gelingen. Christoph Hintze, Leiter der Lehr- und Versuchsanstalt Heidelberg riet den Betrieben, schlechter Stimmung und Zukunftsangst mit Eigeninitiative zu begegnen. Veränderungen in der Umwelt und im Umfeld sollten auf Neuerungen in den Betrieben treffen. Für einen Unternehmer bedeutet das, mindestens einmal im Vierteljahr raus aus dem Betrieb, eine Auszeit nehmen, die Situation überdenken und dann entsprechend handeln. Wichtig ist auch, zu wissen, wo der Betrieb steht, ob es ein gesundes Unternehmen ist oder schon bereits in einer strategischen Krise steckt. Weitere Stufen auf dem Weg bergab sind die Ertragskrise und die Liquiditätskrise, die wesentlich einfacher zu erkennen sind. Doch wenn sich ein Fachbetrieb nicht bewegt, nicht weiterentwickelt, dann steckt er bereits in einer strategischen Krise, so Hintze. Wichtig ist, sich klar zu machen, wohin der Betrieb gehen soll, wo die Kernkompetenzen liegen, und wie er das den Kunden gegenüber deutlich machen kann. Ein Betrieb sollte sich fragen, wie die Kunden ihn sehen, und wie engagiert die Mitarbeiter diesen Weg mit gehen. Ein Fachbetrieb sollte sich unterscheidbar machen von anderen. Er sollte ein tieferes Verständnis für die Geschäftsprozesse seiner Kunden entwickeln. Daraus lasse sich dann ableiten, wie der eigene Beitrag zur Problemlösung für den Kunden aussehen kann und was entscheidend für seine Zufriedenheit ist. Ziel müsse sein, die Umsätze des Kunden zu steigern, seine Kosten und Risiken zu vermindern. Wenn möglich, sollte der Kunde von einem Zierpflanzenproduzenten abhängig werden, weil er nur dort diese besondere Ware oder Dienstleistung bekommt. So lassen sich die Mitbewerber auf Abstand halten, sagte Hintze.

Ein Beispiel, sich zu unterscheiden, ist einmal die Kostenführerschaft. Hier zählt nur die kompromisslose Effizienz im Betrieb über alle Bereiche. Der entscheidende Unterschied liegt im Preis, der damit das einzige Instrument eines Anbieters von undifferenzierten Produkten ist, zum Kauf der eigenen Produkte zu bewegen.

Die andere Möglichkeit ist die Differenzierung. Hintze nannte Beispiele: Wer Trend-Produkte produziert, muss dabei immer der erste sein, der diese Nische besetzt. Das bedeutet, ständige Innovation und Neuorientierung bis hin zum Service, beispielsweise mit Haltbarkeitsgarantien. Oder er muss sich beweisen mit einem einzigartigen Produkt- Mix, beispielsweise wie es die dänischen Kollegen vormachen.