Grüne Branche

Wie es zu Kupferschäden an Lorbeerkirschen kommt

Unter der Lupe: Kupferhaltige Fungizide und Kupfersulfat
In den letzten Jahren waren in der Praxis Schäden an Lorbeerkirschen nach dem Einsatz kupferhaltiger Fungizide zu beobachten. Hängen die Schäden wirklich mit den Kupferbehandlungen zusammen? Bestehen Unterschiede in der Verträglichkeit der marktüblichen Kupferfungizide sowie bei der Sortenempfindlichkeit? Diese Fragen sollten im Rahmen eines Versuchs an der LVG Bad Zwischenahn geklärt werden.

Als Versuchspflanzen kamen Jungpflanzen der Sorten ‘Caucasica’, ‘Etna’, ‘Novita’, ‘Otto Luyken’ und ‘Rotundifolia’ zum Einsatz. Am 22. März 2012 wurden die Pflanzen aus 9-cm-Töpfen in 5-Liter-Container mit praxisüblichem Torfsubstrat getopft und auf einer Containerfläche unter Gießwagenbewässerung ausgestellt. Jedem Versuchsglied waren drei Wiederholungen mit je fünf Pflanzen pro Sorte in einer randomisierten Blockanlage zugeordnet. Wegen ihrer unterschiedlichen Zulassungsbedingungen wurden die verschiedenen Produkte unterschiedlich oft und in verschiedenen Aufwandmengen eingesetzt. Zum Vergleich kam außerdem der Dünger Kupfersulfat in gleicher Aufwandmenge und Häufigkeit wie Funguran zum Einsatz. Der Brüheaufwand betrug bei allen Anwendungen 1.000 l/ha. Die Behandlungen erfolgten in zweiwöchigem Abstand.

Schäden zeigten
sich ab Mitte Juli
Alle zwei Wochen wurden die Pflanzen visuell bonitiert. Am 16.7. zeigten sich erste Schäden an den Sorten ‘Novita’ und ‘Rotundifolia’ in den Varianten mit Cuprozin Flüssig, Cuprozin progress und Cueva. Im Spätsommer wurden dann Schäden an der Sorte ‘Novita’ auch mit Funguran progress sowie an den drei Sorten ‘Rotundifolia’, ‘Caucasica’ und ‘Novita’ mit Kupfersulfat sichtbar.
Die Symptome waren zunächst rötliche Flecken auf den weichen Blättern, die später verkorkten. Teilweise fiel das geschädigte Gewebe auch aus, so dass sich Löcher bildeten, die mit dem durch Bakterien oder pilzliche Krankheitserreger verursachten „Schrotschuss“ zu verwechseln waren. Die ersten, im Frühsommer entstandenen Flecken wurden später graubraun.

Deutliche Unterschiede bei den Sorten
Die stärksten Schäden traten an der Sorte ‘Novitaauf, besonders nach den Behandlungen mit Kupfersulfat, Cuprozin progress oder Cuprozin Flüssig. Die Schäden durch Cueva, Funguran und Funguran progress waren erheblich geringer, sowohl in der Anzahl der betroffenen Blätter als auch in der Ausprägung der Symptome.

Bei der SorteRotundifolia’ traten deutlich geringere Schäden auf als an ‘Novita'.
Die Sorte ‘Caucasica’ litt nur nach den Kupfersulfatbehandlungen unter Schäden, in den übrigen Varianten waren fast alle Blätter frei von Kupferschäden oder Schrotschuss-Symptomen. An den Sorten ‘Etna’ und ‘OttoLuyken’ traten keine Schäden durch die Behandlungen auf, auch nicht durch Kupfersulfat. Allerdings waren an ‘Etna’ leichte und an ‘Otto Luyken’ stärkere Schrotschuss-Symptome zu finden.

‘Novita’ erwies sich als empfindlichste Sorte
Unter den Versuchsbedingungen zeigten sich deutliche Unterschiede in der Sortenempfindlichkeit gegenüber Kupferbehandlungen: ‘Novita’ war sehr empfindlich und litt in jeder der Varianten unter mehr oder weniger starken Kupferschäden. ‘Rotundifolia’ war weniger empfindlich, und die übrigen drei Sorten vertrugen die Kupferfungizide gut.

Heinrich Beltz
LWK Niedersachsen
LVG Bad Zwischenahn

Dr. Thomas Brand
LWK Niedersachsen
Pflanzenschutzamt

Lesen Sie den ganzen Versuchsaufbau und die Ergebnisse dazu in Ausgabe 05/ 2013 Deutsche Baumschule.