Wiesbadener Friedhöfe starten Projekt zur Wassereinsparung

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

In Wiesbaden wird eine alternative Methode zur Grabbewässerung getestet. Foto: jacqueline macou/ Pixabay

Auf den Wiesbadener Friedhöfen haben zwei Friedhofsgärtner ein Pilotprojekt gestartet, um Gießwasser einzusparen. Unterstützt wird das nachhaltige Vorhaben vom Grünflächenamt der hessischen Landeshauptstadt.

Friedhofsgärtnereien initiieren Projekt

Der Klimawandel hat neben Hitze und Dürreperioden auch einen Wassermangel zur Folge, viele Flüsse und Stauseen verfügen nur noch über wenige Reserven. Die Pegel stehen in diesem Jahr vielerorts so niedrig wie noch nie zuvor. Diese Tatsache hat zur Folge, dass ein nachhaltiger Umgang mit Wasser unumgänglich wird. Der schonende Umgang mit der Ressource wird immer dringlicher, was auch das Grünflächenamt Wiesbaden erkannt hat und das Vorhaben zweier Friedhofsgärtner unterstützt. Auf dem Wiesbadener Nordfriedhof ist die Gärtnerei Grob tätig und auf den Friedhöfen in Biebrich und Kostheim kümmert sich die Gärtnerei Lynch um die Grabpflege. Seit Anfang August verzichten beide Gärtnereien während der Hitze im Zeitraum von 10 Uhr bis 16 Uhr auf die Bewässerungen der ihnen anvertrauten Pflegegräber.

Kein Trinkwasser zur Bewässerung

Die Bewässerung der Gräber finde demnach nur noch in Zeiten statt, in denen die Wasserverdunstung nicht mehr so hoch ist. Demnach beschränkt sich das Gießen auf die Zeiten zwischen 6 und 10 Uhr morgens und 16 bis 20 Uhr am Abend. Dabei sei laut Grünflächenamt zudem auch an die Lärmbelästigung von Anwohnern gedacht. In Kostheim komme demnach bereits ein elektrisches Bewässerungsfahrzeug, welches nahezu lautlos ist, zum Einsatz. In Biebrich hingegen werden in der Früh und am späten Abend nur die Gräber bewässert, die nicht an eine Wohnbebauung grenzen. Zudem solle auf die Bewässerung mit Trinkwasser weitestgehend verzichtet werden. Lediglich die Bereiche, in denen es zwingend notwendig ist, sollen noch mit Trinkwasser gegossen werden, dazu gehören Abteile mit Rasen- und Baumgräbern, da hier die Angehörigen die Rasen- und Staudenpflege mit dem Kauf der Grabstätte erworben haben. Vielmehr werde aber generell auf die Bewässerung von repräsentativen Rasenflächen mit Trinkwasser verzichtet.

Projekt soll gegebenenfalls ausgeweitet werden

Die Gärtnereien haben streng Protokoll geführt und sämtliche Wassermengen genau dokumentiert, die im Anschluss an das Projekt im September ausgewertet werden sollen. So wolle man den genauen Wasserverbrauch erfassen und das Projekt bei positiver Resonanz auf andere Friedhöfe und Friedhofsgärtnereien in und um Wiesbaden ausweiten, so das Grünflächenamt der Stadt.

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