Grüne Branche

Wildstauden und Wildgehölze gegen Artensterben

, erstellt von

Insektensterben und ein Rückgang der Biodiversität sind aktuell in aller Munde. Es gibt viele Lösungsansätze, die teils kontrovers diskutiert werden. Dass etwas getan werden muss steht außer Frage. Die Baumschule Horstmann setzt hierbei auf den Einsatz von Wildstauden und Wildgehölzen.

Mit Wildstauden und Wildgehölzen lassen sich Insekten anlocken. Foto: Baumschule Horstmann

Wildstauden als Futterpflanzen für Insekten

„Wildsträucher wie die Kornelkirsche bieten Insekten viel Nektar und sind mit ihren Früchten eine willkommene Nahrungsquelle für Vögel“, gibt Steffi Heineke, Gärtnerin bei der Baumschule Horstmann als Tipp. Welche Gehölze und Stauden sich besonders für den Naturgarten eignen, damit beschäftigt sie sich tagtäglich und berät Kunden bei der Auswahl geeigneter Pflanzen. Auch die Schlehe und der Schwarze Holunder seien ihr zufolge gute Beispiele der vielen Wildgehölze, die für Tiere im Garten wichtig sind. „Auch im Staudenbeet lässt sich leicht ein Umdenken in die Tat umsetzen“, sagt Heineke. Sorten, die keine insektenfreundlichen Blüten haben, müssen anderen weichen. Besonders gut eignen sich Wildstauden, um die Insektenvielfalt im Garten zu fördern. Als Futterpflanzen locken sie viele Bienen, Hummeln und Schmetterlinge in den Garten. Aber auch Käfer und Schwebfliegen freuen sich über das Angebot an Pollen und Nektar.

Pflanzen selber seien auch bedroht

Viele dieser Pflanzen seien selbst stark bedroht, da ihre natürlichen Lebensräume zurückgedrängt werden, daher helfe eine Anpflanzung gleich in doppelter Hinsicht. Die Gartenflächen in Deutschland bieten aber ein enormes Potenzial, diese Arten wieder anzusiedeln. Der Gärtner kann also schon durch den Kauf einer seltenen Pflanzenart etwas für ihren Erhalt tun. „Man muss da durchaus keine Abstriche bei der Optik machen“, macht Heineke deutlich. Denn es gibt unzählige wilde Sträucher, Bäume und Stauden, die wunderschön blühen, mit Blattschmuck glänzen oder attraktive Früchte ausbilden. „Ein Beet mit Wildstauden kann richtig schick sein!“, führt die Gärtnerin weiter aus.

Wildformen oftmals deutlich pflegeleichter

Wildstauen und Wildgehölze seien zudem sehr robust und wachsen auch an Stellen, an denen gezüchtete Sorten klein beigeben. Sie haben sich an karge Böden angepasst und brauchen nur wenig Nährstoffe. Vielfach sind sie außerdem echte Überlebenskünstler und kommen mit Trockenheit gut zurecht. Das ist ein echtes Plus in Zeiten des Klimawandels und Sommern, die immer wärmer und trockener ausfallen. „Oft unterschätzen Kunden den Pflegeaufwand für viele Zuchtsorten. Da sind Wildformen deutlich pflegeleichter und auch für Garteneinsteiger gut geeignet“, fasst die Gärtnerin zusammen.