Wintereinbruch sorgt für schwere Schäden im Gartenbau

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Unter dem massiven Schneedruck ist das Gewächshaus zusammengebrochen. Foto: Brandkamp

Der extreme Wintereinbruch am vergangenen Wochenende hat nicht nur in weiten Teilen Deutschlands für chaotische Verhältnisse auf den Straßen gesorgt, auch aus dem Gartenbau werden erste Schäden gemeldet.

5.000 Quadratmeter Gewächshaus-Fläche zusammengebrochen

So haben etwa beim Jungpflanzen-Betrieb Brandkamp in Isselburg-Anholt die extremen winterlichen Wetterverhältnisse der letzten Tage mit einer Kombination aus starken Schneefällen und Sturm in einem Teil des Unternehmens schwere Schäden bewirkt. „Rund 5.000 Quadratmeter relativ freistehender Gewächshaus-Fläche sind zusammengebrochen“, berichtet Firmeninhaber Hubert Brandkamp und führt weiter aus: „Der enorme Winddruck mit massivem Schneefall in Verbindung mit zum Teil 1,50 Meter hohen Schneeverwehungen haben die Gewächshäuser am Ende nicht ausgehalten.“

Fuchsien-Rohware von Brandkamp ebenfalls vernichtet

Wie der im westlichen Münsterland ansässige Gartenbau-Betrieb informiert, wurde in den beschädigten Gewächshäusern hauptsächlich Fuchsien-Rohware für den Verkauf ab Mitte März kultiviert. Laut Brandkamp ist diese Ware ebenfalls vernichtet, werde jedoch sofort nachproduziert. Zwar werden Lieferverzögerungen eintreten, aber dennoch könne ein Großteil der Kunden bedient werden. Neben Fuchsien kultiviert das familiengeführte Unternehmen im Nordwesten von Nordrhein-Westfalen, das 2020 sein 60-jähriges Bestehen feierte, hauptsächlich Jungpflanzen von Chrysanthemen sowie Beet- und Balkonpflanzen wie Calibrachoa, Verbenen oder Petunien. Laut Betriebsinhaber Hubert Brandkamp ist die beschädigte Gewächshaus-Fläche versichert. „Wir werden uns dadurch sicherlich nicht unterkriegen lassen“, betont der Firmenchef. „Der weitaus größte Teil des Betriebs inklusive der gesamten Vermehrung läuft normal und zusammen mit unseren engagierten Mitarbeitern werden wir diese Herausforderung in den Griff bekommen.“

Extremer Wintereinbruch in weiten Teilen Deutschlands

Der Jungpflanzen-Betrieb liegt genau in dem sich von Niedersachsen und dem Münsterland bis hin nach Brandenburg, Sachsen und Thüringen erstreckenden Streifen, in dem am vergangenen Wochenende der Winter mit großen Schneemassen eingebrochen war. Teilweise bis zu 50 Zentimeter Neuschnee und Schneeverwehungen durch stürmische Winde – so heftig war der Winter vor allem im Norden Deutschlands schon lange nicht mehr. In den kommenden Tagen soll der Schneefall laut den Prognosen zwar zurückgehen, vorbei ist der Extremwinter aber noch lange nicht. Meteorologen zufolge bringt Hoch „Gisela“ eisige Polarluft nach Deutschland mit strengen Nachtfrösten von bis zu minus 18 Grad Celsius.