Grüne Branche

Wintertagung: Große Anstrengungen für die Nachwuchswerbung

Es hätte auf Grund der Auftragslage ein gutes Jahr werden können, sagte Eiko Leitsch, Präsident des Fachverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hessen-Thüringen, zur Wintertagung in Erfurt – wenn nicht die Wetterkapriolen einen Strich durch die Rechnung gemacht hätten.

Nicht nur in Hessen/Thüringen sucht der GaLaBau Nachwuchs für die Branche. Denn pfiffige und engagierte Auszubildende wie Marcel Pichl (r.) und Sebastian Rapp, die 2010 den Hessen-Thüringen Cup gewannen, sind gefragt wie nie zuvor.Foto: Dietrich Baumann

Da waren der lange Winter 2009/2010, der nasskalte Mai, der extrem heiße Juni/Juli, der sich anschließende nasse August und der frühe, schneereiche Winter 2010. So werde zwar mit einem gleich hohen Umsatz wie 2009 gerechnet, betonte Leitsch, aber mit deutlich schlechteren Betriebsergebnissen. Trotz aller Wetterkapriolen wurde aber kein Personal abgebaut – die tarifliche Arbeitszeitregelung habe sich wieder bewährt.

Die Tarifrunde sei „ruhig über die Bühne“ gegangen. Mit 2,5 Prozent Tariferhöhung in den neuen Bundesländern und 2,0 Prozent in den alten Ländern sei bei einer Laufzeit von zwölf Monaten ein Ergebnis erreicht worden, mit dem der Berufsstand wettbewerbsfähig bleibe.

 

Laga Bad Nauheim: Erfolg für den Berufsstand

Was die Landesgartenschauen betreffe, so sei die Landesgartenschau Bad Nauheim eine hervorragende Veranstaltung für den gärtnerischen Berufsstand gewesen. Für die Landesgartenschau Schmalkalden 2015 in Thüringen habe sich die Situation nach einigen Problemen stabilisiert und für die Landesgartenschau Apolda in Thüringen 2017 würden die Vertragsverhandlungen in diesem Jahr abgeschlossen. Die Vertragsverhandlungen für die Landesgartenschau Gießen 2014 (Hessen) konnten nach Angabe von Leitsch im August 2010 beendet werden. Für die 6. Hessische Gartenschau (2018) laufe derzeit noch die Bewerbungsfrist.

Als gute Werbemöglichkeit bezeichnete der Präsident die gemeinsame Aktion „Offene Gartenpforte“, die mit dem Bund Deutscher Landschaftsarchitekten Hessen und der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur Hessen organisiert und durchgeführt wird. In über 50 Gärten konnten sich vergangenes Jahr rund 2.000 Besucher Anregungen und Ideen für ihre eigenen Gärten holen. Dieses Jahr wird das Projekt am 18. und 19. Juni organisiert. Alle beteiligten Gärten werden per Foto im Internet eingestellt.

 

Nachwuchsgewinnung mit Problemen

Massiv bemüht sich der Verband um die Gewinnung von Nachwuchs für die Branche. Die Situation habe sich völlig verändert, sagte Leitsch. Im Gegensatz zu früher konnten nicht alle offenen Ausbildungsplätze besetzt werden. Der Verband nutze alle Möglichkeiten von Berufsbildungsmessen und bot zum Beispiel in den Informationszentren Gera, Greiz und Wiesbaden Vortragsprogramme an.

Einbezogen in Werbekampagnen waren auch die Fachhochschule Geisenheim, die Ernst-Benary-Schule Erfurt oder der Arbeitskreis Schule-Wirtschaft Wiesbaden/Rheingau, um nur einige Beispiele zu nennen.

Besonders hervorgehoben wurde von Leitsch der Schülerwettbewerb „Wir sehen grün“. Hier werden allgemeinbildende Schulen mit den Jahrgangsstufen 7 bis 10 angesprochen.. Der Startschuss fiel im November 2010. Die Gewinner der Landeswettbewerbe nehmen am Bundeswettbewerb am 20. und 21. Mai 2011 auf der Buga Koblenz teil. Dort winkt ein Preis für die Realisierung der Ideen durch einen Experten für Garten und Landschaft im Wert von 5.000 Euro.

 

Die Zahl der Auszubildenden ist rückläufig

Erstmals seit Jahren leicht rückläufig ist in Hessen die Zahl der Auszubildenden, in Thüringen verringerte sie sich gar um 30 Prozent. Als positiv bezeichnete Leitsch die Zahl der Azubis in den AuGaLa-umlagepflichtigen Betrieben. In Hessen umfasst sie 80 Prozent, in Thüringen stieg sie von 35 Prozent auf über 50 Prozent.

Im Rahmen der Wintertagung erhielt Wolfgang Altmann, Referatsleiter für pflanzliche Produktion und Markt im Thüringer Agrarministerium den zum dritten Mal vergebenen Wilhelm-Wollrab-Gedächtnispreis.