„Wir fokussieren uns auf die Kernkompetenz Grün“

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Stand der TASPO Rede und Antwort, Sagaflor-Vorständin Ursula Lindl. Foto: Sagaflor AG

Die Grüne Branche sieht sich derzeit mit diversen Herausforderungen konfrontiert. Und das nicht nur durch die Corona-bedingte Situation, sondern auch in den Bereichen Umwelt- und Naturschutz. Mit der TASPO spricht Sagaflor-Vorständin Ursula Lindl über die Hürden der Corona-Pandemie, das Digitalisierungspotenzial der Grünen Branche und den von der Sagaflor vor Kurzem gegründeten Klimabeirat Garten.

In den vergangenen Monaten haben sich viele grüne Betriebe und Unternehmen vermehrt Corona-bedingt auf digitale Vermarktungs- und Vertriebswege konzentriert. Wie schätzen Sie den aktuellen Status und die Chancen digitaler Konzepte in der Grünen Branche ein?

Schon vor Corona war uns klar, dass jeder Partner einen professionellen Auftritt im Netz haben muss. Die Energie und Ausdauer, die wir in die Umsetzung gelegt haben, hat sich als großer Vorteil erwiesen, denn die Kommunikation zum Kunden konnte sofort vielfältig und individuell – je nach behördlichen Vorgaben und den Kapazitäten der Partner – gepflegt werden, inklusive der Tools Click und Deliver sowie Click und Collect.

Unser digitales Partnerpaket haben wir in den vergangenen beiden Jahren deutlich ausgebaut und standardisiert, um es schnell und kosteneffizient für jeden Betrieb realisieren zu können. Womit wir beim Thema wären: Je individueller die Technik und der Content, desto schwieriger wird es für einen Partner, die medialen Anforderungen und digitalen Chancen umzusetzen. Dass ein einheitlicher Auftritt mit Standards, im Sinne einer gemeinsamen Plattform, dafür aber aktuellem Content sowie die schnelle Implementierung von neuen Tools effizient sein kann, ist zum Teil noch Überzeugungsarbeit. Zusammen müssen wir auch in die Messgrößen eintauchen und bewerten, was für unsere Branche das wirksamste Medium ist. Dazu gehören der Austausch von Zahlen und Daten, ein Potenzial, das genutzt werden muss, um die Maßnahmen der Zukunft konzipieren zu können. Auch an der KI-gestützten Aufbereitung der Kassen- und Kundendaten arbeiten wir mit unseren Partnerbetrieben. Als Fazit sehe ich hier die Pflicht mitzumachen und die Bereitschaft, daraus zu lernen und sich zu entwickeln: das sind unsere Chancen.

Welche Trends konnten Sie seit Beginn Ihrer Tätigkeit für die Sagaflor beobachten und wie geht der Verbund mit diesen Trends in Hinblick auf die Entwicklung zukünftiger Projekte um?

Trends gibt es viele. Wir fokussieren uns auf die Kernkompetenz Grün was das Sortiment betrifft, auf die Regionalität, die unsere Partner hervorragend präsentieren, und das komplexe Thema Nachhaltigkeit. Um die Themen schneller umsetzen zu können, müssen wir auch die Voraussetzungen schaffen. Wir brauchen, wie schon erwähnt, schnelle und effiziente Plattformen, um schneller agieren zu können. Deshalb arbeiten wir gerade an großen und aufwendigen digitalen Projekten, wie ein neues Kommunikationstool, eine Text-/Bilddatenbank, ein CRM-/Konzept zur Kundenbindung, der digitalen Kundenkarte etc. Wir haben noch ein paar neue Themen in der Planung, die sich mit dem Marktauftritt, mehr Bündelung zur Beschaffung im grünen Bereich, der digitalen Infrastruktur inklusive Prozessen (zur Optimierung der Abläufe in den Gartencentern) beschäftigt, sowie die stufenweise Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele.

Welche Intentionen und Hintergründe führten dazu, dass die Sagaflor AG vor einigen Wochen den Klimabeirat ins Leben gerufen hat?

Ich halte es für dringend geboten, dass sich auch und gerade die Grüne Branche mit den Herausforderungen beschäftigt, die uns energetisch, klimatisch und strukturell betreffen. Junge Kunden suchen auch, und hoffentlich gerade bei uns, nach Orientierung für ein grüneres Leben. Das ist die Sortimentsthematik, die wir gemeinsam mit den Produzenten/Lieferanten realisieren müssen. Zusätzlich wollen unsere Partner einen aktiven Beitrag leisten, und unser Commitment für 5.000 Tonnen Einsparung CO2 ist eine Aufforderung zu handeln, statt zu reden. Dazu haben wir uns personell und konzeptionell, im Verbund mit der Mittelstandsinitiative aufgestellt, gefördert vom Bundesumweltministerium. Dieser Beirat ist als Sprachrohr für diese Initiative ein wichtiges Gremium. Wir besprechen die Maßnahmen, diskutieren Kooperationen, und entwickeln Ideen über die aktuellen Maßnahmen zur Energieeffizenz hinaus. Die Bereitschaft mitzumachen ist bei unseren Partnern sehr groß, was unglaublich motiviert.

Das komplette Interview mit Ursula Lindl lesen Sie in TASPO 23/2021. Zudem ist ein weiteres Interview zwischen Ursula Lindl und
TASPO-Redakteurin Jacqueline Worch zum Thema „IOT Gardening wird eine Herausforderung für die Zukunft“ in der Podcast-Reihe „Trendakademie“ des Trendforums Retail zu hören.

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