Grüne Branche

Woher kommen russische Importe in Zukunft?

Heiße Diskussionen auf dem DOGK
Das russische Importembargo war eines der intensiv diskutierten Themen der rund 400 Besucher des Deutschen Obst & Gemüse Kongresses (DOGK), der Ende September in Düsseldorf stattfand.

In den letzten 5 Wirtschaftsjahren importierte Russland jährlich rund 8 Mio. t frisches Obst und Gemüse inklusive Kartoffeln. Davon stammten nach Aussagen von Ievgen Kuzin vom Informationsdienst Fruit-Inform 26 bis 31 % aus Ländern der EU. Bei Kartoffeln sind die erwarteten Effekte gering, nur knapp 3 % der Einfuhren stammten aus Ländern, die unter das Einfuhrverbot fallen.

Bei Tomaten sind es allerdings schon 30 % und bei Äpfeln fast 75 %. Es wird für nahezu unmöglich gehalten, diese Mengen durch andere Lieferländer zu ersetzen. Die ersten Erfahrungen zeigen, dass mit erheblichen Verschiebungen der Warenströme zu rechnen ist, wobei Reexporte eine nicht unbedeutende Rolle spielen. Insbesondere Serbien und Weißrussland liefern in den letzten Wochen auffällig große Mengen an frischem Obst und Gemüse nach Russland.

Neben dem russischen Importembargo war der rückläufige Konsum von frischem Obst und Gemüse ein Thema, das die Gemüter bewegte. In der Diskussionsrunde war allen Teilnehmern klar, dass erhobene Zeigefinger hier nicht helfen. Die Gesundheitswirkungen von frischem Obst und Gemüse sollten deshalb nicht ohne den Genusswert kommuniziert werden. Es wurde vermutet, dass generische Werbung merklich zur Steigerung der Einkaufsmengen beitragen kann. Hier sind Modelle gefordert, die möglichst viele Akteure der Kette an der Finanzierung beteiligen.

Deutscher Obst & Gemüse Kongress 2015
Der nächste Deutsche Obst & Gemüse Kongress wird am 17./18. September 2015 in Düsseldorf von der AMI, dem Fruchthandel Magazin und GS1 Germany veranstaltet werden. Weitere Informationen gibt es im Laufe des Jahres auf www.fruchthandel.de/dogk/.



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