Grüne Branche

Workshop zur Zukunft im Erwerbsgartenbau

Unter welchen Rahmenbedingungen findet der Erwerbsgartenbau im Jahr 2030 statt? Welche Chancen und Risiken entstehen daraus? Damit beschäftigte sich der strategische Workshop im BMELV-Projekt „Zukunft des deutschen Gartenbausektors“, der die gleichnamige Projektreihe abschließt.

Noch einmal haben Sie die Chance, aktiv mitzureden im ZukunftsforumZukunftsstrategieGartenbau. Die demographischen Rahmenbedingungen (Alterung der Gesellschaft, Bevölkerungsrückgang, zunehmende Internationalisierung und Singularisierung) können regional sehr unterschiedlich ausfallen, so eines der Ergebnisse des Workshops. Allgemein sei mit einer deutlichen Zersplitterung der Gesellschaft zu rechnen. Thematisiert wurden ferner das Image des Gartenbaus als Niedriglohnsektor, der Fachkräftemangel, Anforderungen an die Arbeitszeitflexibilität und Altersarmut.

Dr. Christian Bock, Bereichsleiter der Landwirtschaftlichen Rentenbank, entwarf ein positives Bild von den volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Gartenbaus der Zukunft. Er vertrat die Thesen, dass Europa gestärkt aus der Schuldenkrise hervorgehe, die freiheitlich-demokratische Grundordnung die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft fördere und die bestehende Rechtssicherheit Direktinvestitionen und Kapitalbindung in Europa auch zukünftig begünstige.

Rechtsanwältin Romana Hoffmann (ZVG) zeigte die „Zwickmühle“ für Unternehmen auf, wenn nationale und regionale rechtliche Interessen europäischen Regelungen entgegenstehen. Zunehmender Verbraucherschutz, verstärkte Europäisierung der Rechtssetzung, geringere Berücksichtigung der Besonderheit lebender Gartenbauprodukte und mangelnde Fachkompetenz in der Finanzverwaltung seien Herausforderungen, mit denen sich Akteure im Gartenbau zukünftig auseinandersetzen müssen, so das Fazit.

Laut dem Institut für Klimafolgenforschung (Potsdam) werden Nachfrage und politische Impulse für gärtnerische Produkte kurz- bis mittelfristig einen stärkeren Einfluss auf das Artenspektrum haben als der Klimawandel. Die Bodenqualität werde zu einem limitierenden Faktor. Das Szenario habe die Anpassung der Produktionstechniken zur Folge, was mit Mehrkosten verbunden sei (etwa zunehmende Notwendigkeit zur Beregnung in bestimmten Regionen). Ende Oktober ist im Zukunftsforum (Link siehe oben) das Ergebnisprotokoll als Download zu finden. (ts)