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Xylella: Empfehlungen zum Krankheitsmanagement

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Der Europäische Baumschulverband (ENA) hat jetzt für seine Mitglieder und Baumschulen in Europa Empfehlungen zum Umgang mit Xylella fastidiosa veröffentlicht.

Oleander gehört zu den Pflanzen, die Baumschulen im Hinblick auf Xylella testen müssen, bevor sie gehandelt werden. Foto: Pixabay

Baumschulen tragen große Verantwortung

Der Verband hatte die aktuelle Situation bei seiner Generalversammlung während der Internationalen Pflanzenmesse (IPM) in Essen analysiert und hat jetzt eine Stellungnahme zum Krankheitsmanagement herausgegeben:

Baumschulen tragen eine große Verantwortung für die Pflanzengesundheit und für ein Verhindern der Ausbreitung von Xylella fastidiosa.

Alle Baumschulen müssen sich der Verpflichtung bewusst sein, Pflanzen der folgenden Arten zu testen, bevor sie gehandelt werden: Coffea, Lavandula dentata, Nerium oleander, Olea europaea, Polygala myrtifolia und Prunus dulcis.

Aufzeichnungen für bestimmte Pflanzenarten Pflicht

Die Rückverfolgbarkeit muss gewährleistet sein. Alle Baumschulen, Groß- und Einzelhändler müssen sich der Pflicht bewusst sein, für jede Partie von Pflanzen der folgenden Arten, die ihre Betriebe erreichen oder verlassen, mindestens drei Jahre lang Aufzeichnungen zu führen, einschließlich der Angaben des Lieferanten oder des gewerblichen Kunden: Coffea, Lavandula dentata, Nerium oleander, Olea europaea, Polygala myrtifolia und Prunus dulcis.

Auf allen Ebenen, in Politik, Wirtschaft und Produktion, sollten Entscheidungen auf soliden wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen.

Xylella: kein flächendeckendes Verbringungsverbot

Die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse und Rechtsvorschriften rechtfertigen kein Verbringungsverbot für Pflanzen aus einem gesamten Land oder aus Regionen eines Landes, nur weil dieses Land abgegrenzte Zonen oder infizierte Zonen für Xylella fastidiosa aufweist.

Alle EU-Länder sind verpflichtet, die schadorganismusfreien Gebiete im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen und den offiziellen internationalen Standards kontinuierlich zu überwachen.

Alle Marktteilnehmer müssen die unterschiedlichen regulatorischen und risikobezogenen Auswirkungen klar verstehen – solche, die einmal von der EU als infizierte Wirtspflanzen eingestuft werden und solche Pflanzen, die in der übrigen Welt als infiziert gelten.