Grüne Branche

„Zertifizierte Markenbaumschule“: neue BdB-Anerkennung startet jetzt mit neutraler Prüfung

Die BdB-Anerkennung zur „Zertifizierten Markenbaumschule“ ist neu geordnet und kann in diesem Jahr auch mit ihrem fachlichen Zusatz starten. Dabei hat das Anerkennungsverfahren eine ganz neue Systematik bekommen.

Basis der Neuordnung ist zunächst eine erfolgreiche Prüfung des Baumschul-Unternehmens nach dem GAP-Standard (Good Agricultural Praxis oder Gute landwirtschaftliche Praxis). Dies kann eine GlobalGAP, MPS-GAP oder QS-GAP Prüfung sein, das kann die Baumschule frei wählen.

Um künftig auch unabhängig geprüfte Aussagen über die Fachlichkeit eines Unternehmens machen zu können, hat der BdB die Anforderungen für eine fachliche Qualifizierung formuliert.

BdB-Geschäftsführer Helmuth G. Schwarz stellte die neue Systematik, nachdem sie bereits in Goslar den Mitgliedervertretern vorgestellt wurde, auch in den Landesverbänden Westfalen-Lippe und Rheinland vor.

Jeweils stehen die Gehölze und die Gehölzanzucht im Mittelpunkt der Prüfungen. Sie lehnen sich an die fachlichen Inhalte der ehemaligen Anerkennung zur deutschen Markenbaumschule an. Derzeit sind schon 30 bis 50 Baumschulen bereits in den ersten Stufen der Prüfungen, teilweise wurde auch schon die GAP-Prüfung abgelegt. Mit rund 20 Baumschulen rechnet der BdB, die noch in diesem Jahr in die fachliche Zertifizierung starten. Zuletzt trugen rund 300 Baumschulen die Bezeichnung „Deutsche Markenbaumschule“.

Geprüft wird erstmals in den Monaten Juni bis September, durch unabhängige, neutrale Prüfinstitutionen. Der BdB hat jetzt die Anforderungen für eine fachliche Qualifizierung formuliert und in eine Systematik eingebunden, die den Rahmenbedingungen einer qualifizierten Zertifizierung entsprechen. Diese Systematik steht in einer Excel-Datei Version 1.1 der Praxis zur Verfügung. Sie soll sicherstellen, das bundesweit mit „gleicher Elle“ geprüft und gemessen wird, unabhängig davon, welches akkreditierte Prüfinstitut mit der Zertifizierung eines Unternehmens beauftragt wird.

Mit der Einführung der neutralen, von dritter Seite geprüften, fachlichen Qualifizierung soll den Mitgliedsbetrieben ermöglicht werden, ihren hohen betrieblichen Standard nach außen aktiv gegenüber ihren Kunden zu verdeutlichen. Interessierte Unternehmen können sich ab sofort melden, um sich bei der BSG BdB-Servicegesellschaft für ein Audit im Hinblick auf die zusätzliche fachliche Qualifizierung vormerken zu lassen.

Die Prüfung erfolgt unabhängig und neutral von Personen, die über einen fachlichen Hintergrund verfügen und entsprechend geschult sind. Die Arbeitsgrundlage der Prüfer entspricht den aktuellen und anerkannten Zertifizierungsstandards.

Die gesamte Produktion eines Unternehmens, auch die Jungpflanzenkulturen oder kleinste Flächen Obstgehölze werden in die Prüfung mit einbezogen. Alles kann geprüft werden und der Prüfer sucht aus.

Die Bewertung erfolgt im sogenannten Vier-Augen-Prinzip. Als Ergebnis wird es eine Anerkennung für ein, zwei oder drei Jahre geben, die lediglich intern dargestellt und Dritten nicht zugänglich gemacht wird.

Betriebe, die ein Audit erfolgreich abgeschlossen haben, erhalten das Recht zur Führung des Zeichens „Zertifizierte Markenbaumschule“. Geplant ist, die Systematik kontinuierlich zu überarbeiten und weiterzuentwickeln.

Nach ersten, nur groben Schätzungen, wurde ein Kostenrahmen erstellt – auf der Basis der vorgesehenen Gebührenordnung nach den ersten Kostenschätzungen der Prüfinstitute, als Nettobeträge zuzüglich Fahrt- und Reisekosten. Eine Staffelung ergibt sich von fünf Hektar über zehn, 30 und 100 Hektar und über die Zeit der Anerkennung von einem, zwei oder drei Jahren. Daraus können Beträge von rund 230 bis 520 Euro für einen kleinen Betrieb, oder von 750 bis 1.250 Euro für einen großen Betrieb ergeben.

Im Laufe dieses Jahres läuft die Anerkennung zur Deutschen Markenbaumschule, die Benutzung von Logo und Bezeichnung aus: auf Drucksachen und mobiler Beschilderung noch bis zum 31. Dezember 2014 und im Internet noch bis einen Monat nach Bekanntgabe.

Die BdB-Servicegesellschaft koordiniert die fachliche Prüfung, die Prüfungen machen unabhängige Institute wie SGS oder Agrizert in Nordrhein-Westfalen oder LC in Schleswig-Holstein. (fri)