Grüne Branche

Zertifizierung von Rubus steht bevor

Für die so genannten Anbaumaterialverordnung (AGOZ), die eine Reihe von EU-Vorschriften über die Standards für Anbaumaterial von Gemüse-, Obst- und Zierpflanzenarten umsetzt, steht 2010 eine Neugestaltung an. Grund ist eine Renovierung der zugrunde liegenden Vorschriften auf EU-Ebene mit möglichen Änderungen bei den Qualitätsstufen Standardmaterial (CAC) oder zertifiziertes Material. Wie John-Hermann Cordes vom BdB-Fachausschuss Obstgehölze in Goslar in diesem Zusammenhang ausführte, liegt seit Kurzem von der europäischen Pflanzenschutzinstitution EPPO ein Zertifizierungsschema für Rubus vor, denn noch in diesem Jahr soll Rubus unter die Zertifizierung fallen. Aus- und Durchführungsbestimmmungen gebe es dazu allerdings noch nicht. So wisse man nur eins, so Cordes, und zwar, dass die Branche die Sorten von Rubus bis zum 30. Juni 2010 benennen muss, damit sie in Brüssel registriert werden. In einem weiteren Schritt müssten sich auch noch die deutschen Labore bemühen, ein EU-zertifiziert zu erhalten.

Zur bedrohlichen Situation der verbliebenen Reiserschnittgärten in Deutschland berichtete Cordes von mehreren Treffen zum Thema im Julius Kühn Institut (JKI) und einem Symposium mit Vertretern von Pflanzenschutzämtern und Gartenbaureferenten aus den Ländern. Als Voraussetzung, um eine finanzielle Unterstützung zu bekommen, soll nun eine Studie aufgelegt werden, die der ehemalige Leiter des Reiser-Schnittgartens Magdeburg, Dr. Dieter Beyme, durchführe. Laut Cordes gelte es in dieser Studie zu belegen, dass die Reiserschnittgärten aus dem Föderalismus herauskommen und der Erhalt der Reiserschnittgärten in Deutschland notwendig ist. Es gehe dabei um vier Standorte: die beiden staatlichen, Hannover und Magdeburg, und die beiden privaten, Weinsberg und Meckenheim. In diesem Zusammenhang wies Cordes nochmals darauf hin, dass an den Reiserschnittgärten auch das Aufgabenfeld Virologie im Bereich Obstgehölze angebunden ist. Cordes machte klar: "Wenn wir keine Reisermuttergärten mehr haben, haben wir keine Virologie mehr in Deutschland, und dann haben wir auch keine Bedeutung mehr in Europa." Dieses Szenario habe sich für die Zukunft erstmal abwenden lassen.