Grüne Branche

Zierpflanzen nicht zu vernachlässigen

Ob für diese oder jene Pflanzenkrankheit gut wirksame moderne Pflanzenschutzmittel verfügbar sind, hängt maßgebend von der wirtschaftlichen Bedeutung der jeweiligen Kultur ab. Denn die Kosten der Zulassung sind hoch und der Hersteller des chemischen Präparats investiert natürlich nur, wenn der Markt ausreichend groß ist. Die Sonderkulturen - einschließlich Wein - machen etwa zehn Prozent des gesamten Pflanzenschutzmarktes aus. Die entsprechenden 116 Millionen Euro allein in Deutschland sind kein Pappenstiel. Wenn der Marketing-Leiter von Bayer CropScience Deutschland die Bedeutung der Sonderkulturen herausstellte und versprach, Bayer werde auch weiterhin in die Spezialmärkte investieren, so ist dies durchaus bemerkenswert.

Nicht so richtig im Blickfeld der chemischen Industrie scheint aber der Zierpflanzenbau zu stehen. Dies wird ebenfalls deutlich, wenn Dr. Triebel bei der Jahrespressekonferenz Sonderkulturen von den "Segmenten Wein-, Obst-, Hopfen- und Gemüsebau" sprach.

Von den 116 Millionen Euro Umsatz für Pflanzenschutzmittel bei Sonderkulturen in Deutschland basieren aber immerhin 25,8 Millionen Euro auf dem Pflanzenschutzmitteleinsatz im Bereich Zierpflanzen, natürlich einschließlich Baumschulprodukten und Weihnachtsbäumen. Gar nicht mitgerechnet ist hierbei der Kleinpackungsbereich, also der Pflanzenschutz in Haus- und Kleingärten.

Zierpflanzenproduzenten, Baumschulen und Weihnachtsbaumanbauer wenden damit mehr Geld für Pflanzenschutzmittel auf als der Gemüsebau, obwohl dieser in den Konzernzentralen offenbar wesentlich mehr im Fokus steht.

Beinahe noch bemerkenswerter erscheint, dass der Zierpflanzenbau-Pflanzenschutzmarkt fast so groß ist wie derjenige des Weinbaus.