Grüne Branche

Zierpflanzen: vier von fünf Deutschen legen Wert auf Nachhaltigkeit

Über 78 Prozent der Verbraucher halten Umweltaspekte bei Topfpflanzen für „wichtig oder sehr wichtig“. Die vermutlich größte Umfrage zur Nachhaltigkeit in diesem Segment hat 2012 die Hochschule Osnabrück als Bachelor-Arbeit in Zusammenarbeit mit PlusPlants durchgeführt. 

Im Herbst testete die PlusPlants Gruppe ein Marketingkonzept im Gartencenter. Werkfoto

Befragt wurden über 300 Verbraucher vor acht verschiedenen Einkaufsstätten im Bundesgebiet. Fast ebenso hohe Werte gab es bei Nachhaltigkeit und einer fairen Produktion. Deutsche Ware spielt für 70,7 Prozent der Befragten beim Pflanzenkauf eine Rolle. Besonders freut die Gruppe PlusPlants, dass über 80 Prozent der Kunden ihr Konzept als glaubwürdig und professionell einstufen.

Mit den folgenden vier Schlagworten punkten die PlusPlants Betriebe: Nachhaltig, Fair, Zertifiziert, Aus heimischer Produktion. In den sieben familiengeführten Betrieben wird schon heute mehr als 50 Prozent der benötigten Energie aus regenerativen Energien gewonnen. Dies bedeutet eine Reduktion des CO2-Ausstoßes von mehr als 11.000 Tonnen pro Jahr. Dieser Wert soll durch die Umstellung auf Ökostrom schrittweise bis 2015 noch auf über 12.000 Tonnen gesteigert werden.

Viel ist passiert seit der Premiere auf der IPM 2012. „Das Interesse hat uns schon überrascht“, sagt Stefan Greiving, Mitinhaber des gleichnamigen Gartenbaubetriebes bei Lingen und Mitglied von PlusPlants. „Wir brauchten allerdings doch einige Zeit, um unsere sieben Betriebe zusammen mit unserem externen Berater Rupert Fey zu organisieren und die Grundlagen zu schaffen.“ Seit Oktober sind alle Betriebe GlobalGAP-zertifiziert, und die Gruppe ist jetzt mit allen Produkten voll lieferfähig.

Deutschlands größter Zusammenschluss (eigene Angabe) mit dem Fokus auf nachhaltige Produktion geht nun mit vielen Initiativen ins zweite Jahr. „Wir wollen ein gutes Fundament für die Gruppe, dazu gehört auch eine eigenständige Rechtsform“, sagt Bernd Aldenhoff zur geplanten GmbH-Gründung in 2013.

„Nur so sind ein eigenständiger Auftritt und auch ein Wachstum für die Gruppe möglich.“ Und: „Wir haben die ersten gemeinsamen Aufträge in der Abwicklung, müssen da auch über gemeinsame Initiativen nachdenken.“ Auf einem internen Innovationstag vereinbarte die Gruppe mit einigen Züchtern zudem erste Neuheiten-Tests. „Neuheiten sind doch immer auch das Salz in der Suppe“, sagt hierzu Greiving. „Wir können eine Win-Win Situation für die Züchter schaffen und unser Know-how in der Produktion gut mit neuen Artikeln kombinieren. So könnten neue Sorten schnell im Markt etabliert werden, ein gutes Argument für die Jungpflanzenzüchter. Und wir haben Artikel für unsere Kunden, die es noch nicht an jeder Ecke gibt.“

Die sieben partnerschaftlich agierenden Familienbetriebe legen viel Wert auf das soziale Umfeld, so ist für Uli Schlieker (Orchideen von Miquel) ganz klar, dass die Zertifizierung als „Familienfreundlicher Betrieb“ für die Mitarbeiter, aber auch für den Betrieb Vorteile auf dem Arbeitsmarkt bietet.

Bernd Aldenhoff (Gbr. Aldenhoff GbR) sagt abschließend: „Wir wollen die positiven Aspekte der Marke nach vorne bringen. Wir vermarkten auf der einen Seite weiter über unsere Wege, suchen aber zusätzlich auch aktiv Kunden für das Gesamtkonzept“. (ts)