Zierpflanzen: weniger Betriebe, geringere Fläche

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Stauden haben einen regelrechten Boom erlebt, das geht aus der Zierpflanzenerhebung 2021 hervor. Foto: Efraimstochter/ Pixabay

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat die finalen Zahlen der Zierpflanzenerhebung 2021 bekannt gegeben. Demnach habe sich die Anzahl produzierender Betriebe im Vergleich zur letzten Zierpflanzenerhebung 2017 um 15 Prozent verringert. Auch bei der bewirtschafteten Grundfläche sei ein Rückgang zu verzeichnen, der allerdings mit 4,8 Prozent weitaus geringer ausfällt.

Weniger Betriebe und geringere Anbaufläche

In Deutschland produzieren 2021 rund 3.120 Betriebe Zierpflanzen. Die bewirtschaftete Grundfläche für die Produktion von Blumen und Zierpflanzen beträgt insgesamt 6.270 Hektar, das geht aus der aktuellen Zierpflanzenerhebung des Statistischen Bundesamtes hervor. Die Zahl der Zierpflanzenproduzenten sei demnach im Vergleich zur letzten Zierpflanzenerhebung im Jahr 2017 um ganze 15 Prozent zurückgegangen. Die von den Produzenten bewirtschaftete Grundfläche habe dahingehend mit 4,8 Prozent eine weitaus geringere Abnahme erfahren. Mehr als ein Viertel der Grundfläche (26,3 Prozent), nämlich 1.650 Hektar befindet sich in Gewächshäusern und anderen hohen begehbaren Schutzabdeckungen.

Nordrhein-Westfalen Spitzenreiter im Zierpflanzenanbau

Das bedeutendste Bundesland im Zierpflanzenanbau sei demnach Nordrhein-Westfalen. Im bevölkerungsreichsten Land wurden 2021 auf 2.900 Hektar Fläche Zierpflanzen angebaut. Damit stellt NRW mit 46,3 Prozent der Gesamtfläche nahezu die Hälfte der Anbaufläche. Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg verfügten zusammengenommen über mehr als 2.140 Hektar und stellen somit weitere 34,1 Prozent der Grundfläche.

Mehr Stauden, weniger Hornveilchen und Stiefmütterchen

Doch nicht nur die Produzenten und die Fläche wurden erhoben, auch die einzelnen Produkte wurden detailliert betrachtet. 2.200 Betriebe haben demnach bei den Freilandpflanzen rund 802 Millionen Beet- und Balkonpflanzen sowie Stauden als Fertigware erzeugt. Stauden haben sich hierbei als wichtigstes Produkt erwiesen, mit gut 133 Millionen Stück, was eine Steigerung von 17,9 Prozent zu 2017 darstellt. Hornveilchen und Stiefmütterchen (Gattung Viola) seien mit 127 Millionen produzierten Exemplaren um 30,5 Prozent gegenüber 2017 gesunken. Auch der Anbau von Besenheide (Calluna) ist verglichen mit 2017 um 21,5 Prozent gesunken. Gleichgeblieben ist hingegen die Produktion von Geranien (Pelargonium) mit unverändert 67 Millionen Stück.

Zimmerpflanzen: Weihnachtssterne führend

Auf Zimmerpflanzen setzten 1.210 Gartenbaubetriebe, die 2021 rund 109 Millionen verkaufsfertige Exemplare produzierten. Verglichen mit 2017 ist hier eine Zunahme von 15,8 Prozent zu verzeichnen. Den größten Anteil hatten mit gut 20 Millionen Stück weiterhin die Weihnachtssterne. Auch wenn in Baden-Württemberg und Brandenburg weniger produziert wurden (TASPO Online berichtete), stieg die bundesweite Produktion um 22,8 Prozent. Es folgten Kakteen, Grün- und Blattpflanzen mit 17 Millionen Stück (+ 56,9 Prozent), die damit annähernd wieder den Erzeugungsumfang von 2012 erreicht haben.

Schnittblumenfläche gesunken

Zu guter Letzt wurden noch die Schnittblumen betrachtet, die 2021 auf einer Fläche von 2.810 Hektar angebaut wurden. Damit sank auch hier die Fläche um 9,5 Prozent. Der größte Teil der Anbaufläche lag im Freiland (93,3 Prozent), wo der Anbau von Sommerblumen und Schnittstauden mit 790 Hektar dominierte. Es folgte der Anbau von Gehölzen zum Grün-, Blüten- und Fruchtschnitt mit 410 Hektar. In Gewächshäusern sowie unter hohen begehbaren Schutzabdeckungen nahmen Rosen mit knapp 83 Hektar die größte Fläche ein, vor Sommerblumen und Schnittstauden mit 25 Hektar.

„Strukturwandel setzt sich fort"

„Der Strukturwandel im Zierpflanzenbau setzt sich zwar fort,“ erklärt Frank Werner, Vorsitzender beim Bundesverband Zierpflanzen (BVZ), „aber die Produzenten reagieren positiv auf Verbrauchertrends und passen ihre Kulturen entsprechend an.“ Dieser Trend könne leicht an den Zahlen für Zimmerpflanzen abgelesen werden. Hier sei die Nachfrage gerade bei jungen Konsument:innen sehr hoch, so dass mit einer Steigerung von 56,9 Prozent bei grünen Zimmerpflanzen das Produktionsniveau von 2012 wieder erreicht sei.

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