Grüne Branche

Zierpflanzen: Zukunft Klima

, erstellt von

Der Bundesverband Zierpflanzen (BVZ) traf sich am vergangenen Wochenende bei seiner Herbsttagung im niedersächsischen Dötlingen und erörterte, vor welchen Herausforderungen die Zierpflanzenproduzenten in naher Zukunft stehen werden.

Die Teilnehmer der BVZ-Herbsttagung bei der Betriebsbesichtigung Hawita. Foto: BVZ

Verband warnt vor Insellösungen

„Die Branche hat in der Klimadiskussion viel zu bieten“, ist sich Matthias Bremkens, der Vorsitzende des Bundesverbandes Zierpflanzen sicher, „und möchten mit unseren Pflanzen auch in den kommenden Jahrzehnten einen positiven Beitrag zum Klima leisten. Aber die Rahmenbedingungen in Deutschland müssen so gestaltet werden, dass wir nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch Schritt halten können. Insellösungen mitten im europäischen Umfeld und im globalen Wettbewerb sind sicher keine Lösung“.

Regulatorische Maßnahmen als Herausforderungen

Im Verlauf der Herbsttagung kamen Themen wie CO2-Bepreisung und angedachte Torfreduzierung auf. Diese halte der BVZ für Herausforderungen für die Zierpflanzenbranche. Zudem wurden die nahezu wöchentlich auf die Unternehmen zukommenden regulatorischen Maßnahmen von Bremkens angesprochen. Laut BVZ-Präsident können diese von den Betrieben kaum oder nur schwer gestemmt werden.
Prof. Dr. Bernhard Bessler, Leiter des Geschäftsbereiches Gartenbau der Landwirtschaftskammer Niedersachsen führte seine Ansätze zur Situation in der Landwirtschaft aus und verfolgte in seinen Vorträgen Landwirtschaft in der Defensive und Warum Bienen und Smoothies den Gartenbau retten können teilweise provokante Ansichten. Die Branche müsse lernen, gefühlte Wahrheiten in das Denken und Handeln einzubauen und als Chance nutzen. Beßler begründete seine Ausführungen vor allem mit den positiven Emotionen, die der Gartenbau beim Verbraucher habe.

Zukünftige Engpässe bei Bewässerung

Wie die Bewässerung im Freiland in Zukunft aussehen kann und vielleicht auch muss, darüber informierte Norbert Gröger, Willich, die Delegierten. Es entstehe zunehmend Konkurrenz um Wasser, daher sei zukünftig mit Einschränkungen zu rechnen. Effiziente Bewässerungssysteme und eine optimale Bewässerungssteuerung müsse demnach zu einer Reduzierung des Wasserverbrauchs führen, so Gröger.

Pflanzenschutzamt Hannover informiert

Das Pflanzenschutzamt Hannover informierte im weiteren Verlauf der Veranstaltung durch Frank Lehnhoff über die Anpassung der Anwendungsbestimmungen im Pflanzenschutz und die Konsequenzen für den Zierpflanzenbau. Anwender und auch unbeteiligte Dritte seien zwingend zu schützen und der Gesundheitsschutz weiter aufzuwerten. Bei Modellrechnungen liegen in der Regel kaum Daten aus dem Zierpflanzenbau vor, weshalb die neuen Auflagen oft als absolut praxisfremd wahrgenommen werden.

Torfersatz im Zierpflanzenbau

Welche Zielsetzung das Modell- und Demonstrationsvorhabens TerZ zum Torfersatz im Zierpflanzenbau verfolgt, stellte Michael Emmel von der Lehr- und Versuchsanstalt Hannover-Ahlem abschließend vor. In fünf Modellregionen soll in insgesamt 25 beteiligten Betrieben die Praxistauglichkeit von stark torfreduzierten Substraten belegt, die Herausforderungen und Grenzen dokumentiert, der zunehmende Einsatz von Torfersatzstoffen etabliert, der Nachweis zum tatsächlichen Mehraufwand erbracht und Mut zum Nachmachen gemacht werden.