Grüne Branche

Zierpflanzengärtner Berthold Kott: „Grünkönner“ mit vielen Ideen

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In eine Schublade lässt sich Berthold Kott nicht so richtig einordnen. Der Zierpflanzengärtner hat viele Stationen in der Branche durchlaufen und dabei viele Länder gesehen. Heute führt er seinen Betrieb „Grünkönner“ in Kevelaer als Ideenschmiede.

Zur Gärtnerei von Berthold Kott gehören 1.500 Quadratmeter Freiland- und 7.000 Quadratmeter Unterglasfläche. Foto: privat

Eher unbekannte oder vergessene Nischenprodukte im Blick

Wer Berthold Kott begegnet, merkt schnell, dass er getrieben ist von seinen vielen Ideen, die sich mit den unterschiedlichsten Pflanzen für den Gartenbau bieten könnten. „Dabei schaue ich nicht wie die großen Züchter auf Sorten, die sich als Massenware eignen, sondern richte meinen Blick eher auf unbekannte oder vergessene Nischenprodukte, mit denen sich der Handel abheben kann“, so Kott.

Seine Gärtnerei in Kevelaer ist mit rund 7.000 Quadratmeter unter Glas und 1.500 Quadratmeter Freiland eher klein. Kott und sein bis zu sieben Mitarbeiter starkes Team testen, selektieren und produzieren kleine Stückzahlen. Der Unternehmer arbeitet dann mit mehreren Gärtnerkollegen zusammen, außerdem mit Vermarktern wie EPS in Kevelaer, aber auch mit der Gasa, mit Eurofleurs, Buurman, Noviflora, Logiflor und anderen.

Ein Beispiel für seine Aktivitäten sind die Garten-Aurikeln. Bei den farbintensiven Klassikern hat er mit Thomas Viehweg (Issum) zusammengearbeitet, der die Aurikeln heute in großen Stückzahlen auf den Markt bringt. Ein anderes Beispiel ist Viola odorata ‘Miracle’ des Recklinghäuser Züchters Thomas Kuffel, für die Kott ein Konzept erarbeitet und die Pflanze zur Marktreife gebracht hat.

Erinnerung an Kotts Lehrzeit mit besonderem Clou

Bei ein- und mehrjährigen Wicken für den Topf experimentiert Kott mit rund 20 Sorten. Er hat essbare Kapuzinerkresse mit dem Namen „Eat me“ auf den Markt gebracht und entwickelte Buchs-Alternativen.

Die Marley’s – Chrysanthemum carinata – sind eine Erinnerung an Kotts Lehrzeit. „Sie wurden als Schnittblume schon im 19. Jahrhundert kultiviert“, erzählt der Zierpflanzengärtner. „Durch Selektion von Sämlingspflanzen haben wir eine Serie geschaffen, die sich als Topfpflanze eignet. Der Clou ist die Mehrfarbigkeit, die immer anders ausfällt.“

Ein exklusives Sortiment hat er in Zusammenarbeit mit dem Vermarkter EPS entwickelt: die „Green Hobbits“. Dahinter verbergen sich winterharte Moose und Farne, mit denen sich eine „Hobbit“-Landschaft schaffen lasse. Auch das Programm „Kokedama“ – mit Zimmerpflanzen bepflanzte Moosbälle – hat Kott mit EPS umgesetzt.

Kott will Viola mit „Prädikat Gendefekt“ auf den Markt bringen

„Aktuell habe ich eine Viola gefunden, wahrscheinlich eine F₂-Hybride, denen viele Gärtner das Prädikat Gendefekt geben würden. Sie ist nicht einheitlich in Habitus, Blüte und Farbe. Die großen Züchter würden sagen, sie ist deshalb nicht massentauglich. Derzeit heißt sie ‚Viola 128 – 128 shades of colors‘. Ich denke, sie kommt als historisches Schlossveilchen auf den Markt“, ist Kott zuversichtlich.

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