Zitronengras: auch für hiesige Gärtner interessant

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Frisch geerntetes Zitronengras: verwendet werden Wurzelhals und Blattgrün. Foto: frank29052515/Fotolia

Mit der asiatischen Küche hat sich auch das Zitronengras einen festen Platz in den heimischen Gewürzregalen erobert. Sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet vermutet man in Westindien und Sri Lanka. Im gesamten Südostasien liegt heute sein Hauptanbaugebiet. Auch für hiesige Produzenten ist die Kultur interessant.

Das überwiegend verwendete Westindische Zitronengras (Cymbopogon citratus), häufig auch unter der Bezeichnung Lemongras im Handel erhältlich, gehört zu den Süßgräsern (Poaceae), einer weltumspannenden Pflanzenfamilie, die mit fast 800 Gattungen zu den größten gehört.

Drei bis vier Ernten im Jahr möglich

Es wächst ausdauernd und bildet mit der Zeit einen kräftigen Horst mit einem Wurzelstock aus, der durchaus einen Durchmesser von mehreren Quadratmetern erreichen kann, weil sich seitlich ständig neue Triebe bilden. Die einfachste Vermehrung besteht daher in der stetigen Teilung der Wurzelstöcke, wobei man gleichzeitig die kräftigsten Triebe in der Mitte ernten kann, indem man sie direkt über der Basis abschneidet. Auch sie treiben problemlos wieder aus. In den Anbaugebieten mit entsprechend warmem Klima sind drei bis vier Ernten im Jahr möglich.

Während dort vor allem frisches Zitronengras gehandelt wird, findet man in den hiesigen Geschäften meistens getrocknete Ware, oft schon küchenfertig zerkleinert oder sogar pulverisiert. Daneben kommt Zitronengras als Zutat in Tees, Duftpotpourris oder auch Würzpasten vor.

Anbau von Zitronengras in Mitteleuropa

Da das Zitronengras sehr wärmeliebend ist und ganzjährig eine Temperatur von mindestens zehn bis 15 Grad Celsius benötigt, kann der Anbau hierzulande eigentlich nur unter Glas erfolgen. Lediglich in den Sommermonaten ist die Kultur im Freiland möglich.

Einige Produzenten bieten das Zitronengras in Töpfen für den Endverbraucher an, die dieser auf der Fensterbank weiterkultivieren kann, in den Sommermonaten alternativ draußen im Gefäß oder auch im Beet. Haben die Verbraucher einmal die Vorzüge des frischen Grases entdeckt, werden sie ungern darauf verzichten, denn durch Trocknung verliert es erheblich an Aroma und Würzkraft.

Aus diesem Grunde könnte es auch für hiesige Produzenten interessant sein, Zitronengras nicht nur im Topf für die Weiterkultur anzubieten, sondern auch frische Triebe als Spezialität für die Feinkostecke im LEH oder im Gartencenter. Denn Asia-Shops, in denen Frischware meist erhältlich ist, sind außerhalb bestimmter Großstadtbezirke eher spärlich gesät. Kreativ gekocht wird aber überall.

Auf einen Blick

  • Zitronengras lässt sich als mehrjährige krautige Pflanze kultivieren: Temperaturen nicht unter zehn Grad Celsius; Vermehrung durch Teilung oder Aussaat möglich.
  • Anbieter von getopfter Ware: Bio-Gärtnerei Christian Herb (Kempten im Allgäu), Gärtnerei Blu-Blumen (Langenberg)
  • Anbieter von Saatgut: Sperli (Everswinkel)