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Zucchini: Wie entstehen giftige Bitterstoffe?

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Großer Medienrummel herrscht momentan um den Eigenanbau und Verzehr von Zucchini. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit warnt nun davor, das Gemüse aus dem eigenen Garten zu essen, sollte es bitter schmecken. Der Hintergrund: Ein Ehepaar aus Heidenheim hatte sich Medienberichten zufolge durch den Verzehr selbstgemachten Zucchinieintopfs vergiftet. TASPO Online befragte Produktmanager Raimund Schnecking zur Entstehung von Bitterstoffen und ihrer Gefährlichkeit.

Bitterstoffe in Zucchini können unter bestimmten Umständen gefährlich sein. Für Hobbygärtner empfiehlt sich der Griff zu professionell hergestelltem Saatgut. Foto: Fotolia Pixelmixel

Bitterstoffe können unter gegebenen Umständen zu Vergiftungserscheinungen führen

„Grundsätzlich können Bitterstoffe in Gurkengewächsen, zu denen auch Zucchini und Kürbis gehören, zu Vergiftungserscheinungen führen. Das ist abhängig von der Konzentration und von der Empfindlichkeit der jeweiligen Person. Normalerweise sind die Früchte dann aber so bitter, dass sie niemand essen würde“, erklärt der Experte, der für den Saatgut- und Jungpflanzen Spezialisten Volmary arbeitet. „Diese Gurkengewächse entstehen durch Kreuzung mit Zierkürbissen bei der Vermehrung, möglicherweise auch Bestäubung durch Zierkürbisse, wer professionelles Saatgut verwendet, ist auf der sicheren Seite. Aber auch durch Hitzestress können bittere Zucchini gebildet werden“, so Schnecking weiter.

Landesamt für Gesundheit warnt vor dem Verzehr bitterer Zucchini

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit warnt nun vor dem Verzehr von bitteren Zucchini oder Kürbissen aus dem eigenen Garten. Außerdem sollten Hobbygärtner stets darauf achten, professionell hergestelltes Saatgut zu verwenden. „Wir halten den Anbau von Zucchini für weiterhin absolut unbedenklich. Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen bei Lebensmitteln wie Prüfung auf Aussehen, Unversehrtheit und Geschmack müssen vor dem Verzehr natürlich auch hier berücksichtigt werden“, sagt der Gemüsespezialist und Gartenbauingenieur.

Medienberichte: Ehepaar vergiftet sich mit Cucurbitacinen

Zum Hintergrund: Ein Ehepaar aus Heidenheim hatte sich Medienberichten zufolge mit selbstgemachten Eintopf vergiftet, der aus Zucchini, Möhren und Kartoffeln gekocht wurde. Der Leiter der zentralen Notaufnahme im Klinikum Heidenheim berichtete dem Südkurier, dass der 79-jährige Mann an den Folgen der Vergiftung gestorben sei. Zuerst habe alles auf das Noro-Virus oder einen anderen Magen-Darm Infekt hingedeutet. Dann offenbarte der Rentner, dass der Eintopf bitter geschmeckt habe. Ein Hinweis auf die Vergiftung durch Cucurbitacine. Es sei der erste Vorfall dieser Art im Klinikum Heidenheim überhaupt gewesen.