Grüne Branche

Züchtungsforschung: Uni München erwägt Stiftungsprofessur

„Was kostet es uns, ein eigenes Forschungszentrum zu bauen?“, lautete eine durchaus ernst gemeinte Frage aus den Reihen der Ciopora Deutschland, der deutschen Interessenvertretung der Züchter von vegetativ vermehrbaren Zier- und Obstpflanzen, bei ihrer Jahreshauptversammlung Ende Februar 2005 in Hannover. Denn nach Schließung des Institutes für Zierpflanzenzüchtung in Ahrensburg zum 30. Juni 2005 und des Lehrstuhles für Zierpflanzenbau und Gartenbauliche Pflanzenzüchtung der Universität München-Weihenstephan in etwa drei Jahren tritt eine drastische Beschränkung der Züchtungsforschung an Zierpflanzen ein. Hinweise für einen Ausweg gab Professor Dr. Jürgen Grunewaldt, der seit März 2005 Geschäftsführer von Ciopora Deutschland ist. Von einem eigenen Forschungszentrum riet Prof. Grunewaldt jedoch dringend ab. Er befürworte dagegen die Einrichtung eines Dienstleistungszentrums, das sich durchaus tragen könne, wenn es groß genug angelegt werde. Die Züchter landwirtschaftlicher Pflanzenarten gäben dafür ein Beispiel. Eine Ergänzung der Zierpflanzenzüchtungsforschung könnte die Errichtung einer Stiftungsprofessur bieten. Die Universität München erwäge, eine auf drei bis vier Jahre befristete Stiftungsprofessur zum Forschungsgebiet Zierpflanzenbiotechnologie einzurichten, in der Themen zur Züchtungsforschung einen herausgehobenen Platz einnehmen könnten. Ein jährlicher Beitrag von 100 000 Euro sei von den Stiftern dieser Professur dem Land Bayern für entstehende Personalkosten zu erstatten.