Grüne Branche

Zufrieden mit steigenden Pflanzenexporten

 Italienische Baumschulen
Über 100 italienische Aussteller waren in diesem Jahr zur IPM gekommen. Damit war Italien nach Deutschland und den Niederlanden das am stärksten vertretene Land auf der Messe. Mit fast 90 Betrieben waren die Baumschulen in Halle 6 wieder am zahlreichsten.

Ein Hauch von Toskana in Essen: Die italienischen Baumschulen zeigten in Halle 6 wieder die ganze Vielfalt ihres Sortiments. Foto: A. Lemke

Italien ist einer der größten europäischen Exporteure von Pflanzen, übertroffen nur noch von den Niederlanden und Deutschland. Dabei spiele für die italienischen Produzenten der europäische Markt bislang die Hauptrolle, so die Italienische Agentur für Außenhandel (ITA) und die Associazione Nazionale Vivaisti Esportatori (ANVE).

Neben Frankreich ist Deutschland das wichtigste Abnehmerland für Gartenbauprodukte „made in Italy“. Im Jahr 2012 machten die Exporte nach Deutschland über 22 Prozent des Gesamtwerts der italienischen Pflanzenexporte aus. Die Deutschen importierten 2012 italienische Pflanzenerzeugnisse im Wert von über 149 Millionen Euro. Den größten Anteil machten dabei Zimmerpflanzen (mit und ohne Blüten) mit knapp 40 Prozent aus; Baumschulerzeugnisse (hier: Bäume und Sträucher sowie „Freilandpflanzen“) kamen an zweiter Stelle mit rund 30 Prozent.

Die italienischen Pflanzenexporte sind in den letzten drei Jahren konstant gestiegen, nach einem krisenbedingten Einbruch 2009. Für die Zunahme an Mengen und Wert seien insbesondere die wachsenden Ausfuhren nach Russland, Frankreich, in die Schweiz und die Türkei verantwortlich, während die Exporte in die Niederlande und nach Deutschland etwas rückläufig waren, so die ITA.

Blick nach Osten
Auch Cristiano Genovali, Präsident der Associazione Nazionale Piante e Fiori d‘Italia (IT-Imperia), beobachtet eine gewisse Verschiebung bei den italienischen Exporten: von den bisher wichtigsten Märkten Niederlande, Deutschland und Großbritannien hin zu Russland, Türkei, Dubai oder Indien. „Die italienischen Produzenten von Pflanzen für den Outdoor-Bereich versuchen zwar weiterhin, den nordeuropäischen Markt zu bedienen, richten sich aber zunehmend auch in Richtung Osten aus“, sagte Genovali in Essen.

Zwar spiele der deutsche Markt immer noch eine wichtige Rolle für die italienischen Produzenten und Exporteure, weil „dort alles sehr gut durchstrukturiert“ sei, doch wolle man sich zukünftig breiter aufstellen, auch um Krisen besser trotzen zu können.

Die Bedeutung Deutschlands als wichtiger Handelspartner zeige sich auch auf der IPM: „Von Jahr zu Jahr steigt hier die Zahl der Aussteller aus Italien. Die italienischen Baumschuler kommen immer besonders gerne nach Essen, auch weil man von hier aus Kontakte in alle Welt bekommt.“

Dr. Antje Lemke, Hannover

Lesen Sie den ganzen Artikel in Ausgabe 05/2014 Deutsche Baumschule.