Grüne Branche

Zukunftsplanung: Mehr Zierpflanzen aus Russland

Russland will künftig in der gewerblichen Blumenproduktion und im Zierpflanzenhandel mit eigenen Erzeugnissen stärker als bisher Importen Paroli bieten. Bei der Eröffnung eines großen Gartenbaubetriebes im Großraum Moskau kündigte Landwirtschaftsminister Alexej Gordejew die Entwicklung eines "eigenen russischen Blumenmarktes" an. Das Volumen des russischen Marktes für Blumen wird auf 1,5 Milliarden Dollar (1,14 Milliarden Euro) beziffert, unter Einbeziehung "grauer Importe" sollen die Umsätze sogar zwei Milliarden Dollar (1,52 Milliarden Euro) erreichen. Der Blumenmarkt in Russland basiert zu 90 Prozent auf Einfuhren. Die meisten Blumen mit einem Anteil von 70 Prozent stammen aus den Niederlanden, während aus Israel als Lieferland rund 20 Prozent der Einfuhren kommen. Der Anteil des "Tulpenlandes" Niederlande am russischen Blumenmarkt geht allerdings zurück, unter anderem, weil Produzenten aus anderen europäischen Ländern immer häufiger direkt in Russland aktiv werden und dadurch kostengünstiger anbieten können. Der Moskauer Wochenzeitung Ekspert zufolge konzentriert sich die russische Gewächshausbranche bei Neuinvestitionen verstärkt auf den Anbau von Blumen, deren Produktion eine mindestens doppelt so hohe Rentablität verspricht wie beispielsweise Gemüse in der Unterglasproduktion. Der Blumenanteil in der Unterglasbranche ist bezogen auf die Fläche derzeit marginal. Von etwa 2 000 Hektar funktionierender Gewächshausfläche entfallen aktuell lediglich 30 Hektar auf die Blumenproduktion. Der russische Blumenmarkt bietet denn auch Ekspert zufolge noch große Entwicklungsmöglichkeiten, sofern die Preise sinken. Importierte Rosen sollen um zehn bis 60 Prozent, teilweise um 75 Prozent teurer sein als Ware, die in Südrussland erzeugt wird