Grüne Branche

ZVG: Fachtagung zeigt Ansätze für eine energieeffiziente Unterglasproduktion

Die Möglichkeiten, die Produktion energieeffizienter zu gestalten, sind vielfältig. Dabei sind es häufig bereits die kleinen Schritte, die zu entsprechenden Einsparungen beitragen. Unter dem Titel „Die Vielfalt der Möglichkeiten – Ansätze für eine energieeffiziente Unterglasproduktion“ lieferte die Fachtagung Energieeffizienz in Rain am Lech Ideen und Anregungen. 

Nach einem Grußwort von Roland Albert, Präsident des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes e.V. (BGV), erläuterte Dietmar Prucker von der Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan die Funktionsweise der LED-Belichtung. Es wurde deutlich, dass LED-Leuchten für den Gartenbau Chancen bieten, jedoch bislang noch keine Praxisreife erlangt haben.

Paul Lampert vom Wissenschaftszentrum Straubing der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf gab einen Überblick über das Thema der CO2-Bilanzierung in der gartenbaulichen Produktion. Hiermit wird ein Ansatz geboten, Transparenz in den Produktionsabläufen zu erhalten und Einsparpotenziale zu erschließen. Inwieweit der CO2-Fußabdruck Akzeptanz bei den Verbrauchern erfährt, wird derzeit im Rahmen eines Forschungsauftrages überprüft.

Durch Untersuchungen in Praxisbetrieben in Bayern und Sachsen konnten wichtige Ansatzpunkte für die energieeffiziente Produktion im Gartenbau aufgedeckt werden. Professor Lutz Köhler von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ging insbesondere auf das Einsparpotenzial drehzahlgesteuerter Pumpen ein. Dr. Tilo Elfruth von der SEF Energietechnik GmbH verwies unter anderem auf die Bedeutung ausreichender Messeinrichtungen, um Energieverbräuche zu erkennen und zuordnen zu können und hob die Notwendigkeit des hydraulischen Abgleichs bei der Erweiterung der Heizungsanlage hervor.

Finanzielle Unterstützung bei der Umsetzung energiesparender Maßnahmen erhalten die Betriebe unter anderem durch das Bundesprogramm Energieeffizienz. Stefan Kirchner vom Gartenbauzentrum Bayern Nord erläuterte die Systematik des Programms und stellte beispielhaft mögliche Fördermaßnahmen vor. Das Programm kann noch bis Ende des Jahres genutzt werden. Interessierte Betriebe sollten sich an die zuständigen Fachberater wenden.

Die Veranstaltung wurde am Nachmittag mit der Besichtigung der Betriebe Seidl GbR und Hartmann GbR der Gärtnersiedlung Rain am Lech fortgesetzt. Beide Betriebe beeindruckten durch ausgefeilte Energiekonzepte. Verschiedene Energieträger sind in die Versorgung der Betriebe eingebunden, wobei insbesondere erneuerbare Energieträger zum Einsatz kommen.

Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Projektes „Effizienter Energieeinsatz im Gartenbau“ vom Zentralverband Gartenbau zusammen mit dem Bayerischen Gärtnerei-Verband und dem Württembergischen Gärtnereiverband organisiert. Die Förderung des Projektes erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) unter Federführung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) mit Unterstützung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).

Die Fachvorträge der Veranstaltung stehen im Energieportal www.energieportal-hortigate.de zum Abruf zur Verfügung. (zvg)