Grüne Branche

ZVG fordert angemessene Berücksichtigung des Gartenbaus in der Agrarstatistik

Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) sieht mit Sorge der geplanten Änderung des Agrarstatistikgesetzes entgegen. Bei einer Anhörung zum Entwurf des zweiten Gesetzes zur Agrarstatistik am 11. August im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) brachten die ZVG-Vertreter die Sorge zum Ausdruck, dass der Gartenbau in seiner Gesamtheit in der Statistik nicht mehr erkennbar sein wird. Dies beginne bereits bei der Klassifikation der Wirtschaftszweige und setze sich in Teilen der pflanzenbaulichen Erhebungen fort. "Die Gartenbauerhebung wird im geänderten Agrarstatistikgesetz nicht mehr explizit ausgewiesen, sondern lediglich in einem Kapitel der Begründungen in Aussicht gestellt", stellte ZVG-Generalsekretär Dr. Siegfried Scholz fest. "Diese schleichende Eliminierung können wir als Berufsverband so nicht akzeptieren", so Scholz weiter. Der Gartenbau werde in der Agrarstatistik sowieso nur noch teilweise, nämlich durch die Urprodukion abgebildet. Der gärtnerische Handels- und Dienstleistungsbereich bleibe in weiten Teilen unberücksichtigt. Dieser sollte auch künftig in einer alle zehn Jahre stattfindenden Gartenbauerhebung möglichst umfassend einbezogen werden. Auch durch die Anhebung der Erfassungsgrenzen von drei Ar auf 0,1 Hektar bei Unterglasflächen und von 30 Ar auf 0,5 Hektar Gemüseanbaufläche im Freiland wird die Grundgesamtheit in unzulässiger Weise reduziert und führt im Ergebnis zu einer verzerrten Abbildung der gartenbaulichen Realitäten. Für die Reduzierung statistischer Erhebungen hat das BMELV unter anderem die wirtschaftliche Bedeutung angeführt. Der ZVG weist jedoch darauf hin, dass der Gartenbau etwa 35 Prozent zu den Verkaufserlösen der pflanzlichen Erzeugung in der Landwirtschaft beisteuert und erwartet deshalb eine dieser Bedeutung angemessene Berücksichtigung in der amtlichen Statistik. Der Zentralverband Gartenbau fordert eine gesicherte Datenbasis zum Sektor Gartenbau. So könnten beispielsweise die Erhebungsmerkmale aus der Gartenbauerhebung in die Agrarstrukturerhebung aufgenommen werden, um Kosten der Erfassung zu verringern. Schlussendlich geht es um ein gesichertes Datenmaterial, das auch für politische Entscheidungen wichtig ist.