Grüne Branche

ZVG: Strategiepapier zur Sozialversicherung verabschiedet

Intensiv hat das Präsidium des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG) die Entwicklung im Bereich der landwirtschaftlichen Sozialversicherung auf seiner Sitzung am 20. Juli 2006 diskutiert. Am Ende hat das ZVG-Präsidium nach Angaben des Verbandes einstimmig das Strategiepapier „Zur Weiterentwicklung der landwirtschaftlichen Sozialversicherung unter besonderer Berücksichtigung der Situation bei den Sozialversicherungsträgern für den Gartenbau“ verabschiedet. Bei der Vorstellung des Papiers erläuterte den Angaben zufolge der Vorsitzende des Sozialpolitischen Ausschusses des ZVG, Jürgen Mertz, die Hintergründe der derzeitigen Diskussion und stellte dabei deutlich heraus, dass es notwendig sei, die Besonderheiten der Sozialversicherung für den Gartenbau auch gegenüber der Politik immer wieder zu betonen. „Insbesondere bei der Berufsgenossenschaft für den Gartenbau haben wir eine völlig andere Zusammensetzung des versicherten Personenkreises als bei den übrigen landwirtschaftlichen Trägern.“ So sind bei der Unfallversicherung für den Gartenbau nicht nur Produktionsunternehmen, sondern auch der Dienstleistungsgartenbau und die kommunalen Gartenbauunternehmen versichert, erinnert Mertz. Diese Zusammenfassung des gärtnerischen Berufsstands in einer Unfallversicherung sei ein Grund dafür, dass durch gute berufsstandsweite Präventionsarbeit seit vielen Jahren die Unfallzahlen rückläufig sind. Ferner sind nur ein Fünftel der Versicherten Unternehmer, vier Fünftel hingegen Arbeitnehmer. Eine Leistungskürzung im Bereich der Unfallversicherung nur für Unternehmer führt nach Ansicht von Mertz daher zu keiner merklichen Kostenentlastung bei der Berufsgenossenschaft für den Gartenbau und damit auch nicht zur notwendigen Beitragsstabilität in der Unfallversicherung. Dabei stellte er klar, dass man sich auch einer Diskussion über das Leistungsspektrum bei der Unfallversicherung nicht verschließe. Allerdings müsste dabei aber das gesamte Leistungsspektrum für alle Versicherten beleuchtet werden. Deutlich macht das Papier laut ZVG auch, dass der deutsche Gartenbau schon immer auf eine möglichst große Beitragsgerechtigkeit geachtet und, wo immer es möglich ist, Vorsorge für die Zukunft angeregt habe. Um die Unfallversicherung auch für die Zukunft auf sichere Füße zu stellen, hält der ZVG es für richtig, die Möglichkeiten der Umstellung auf ein Kapitaldeckungsverfahren auszuloten und nach Lösungen zu suchen, die allerdings die zurzeit tätigen Unternehmen nicht überbelasten dürfen.