Grüne Branche

ZVG: „Tatsächlichen Wert von Dienstleistungen und Produkten kommunizieren“

Für 2015 steht der Zentralverband Gartenbau vor einer zentralen Herausforderung: Die Wertschätzung der Verbraucher für Produkte und Dienstleistungen der Gartenbaubranche muss steigen. Noch in diesem Jahr möchte der ZVG konkrete Maßnahmen und Konzepte auf den Weg bringen, sagte Verbandspräsident Jürgen Mertz während der Tagung des erweiterten Präsidiums im Berliner Haus der Ernährung und Landwirtschaft.

ZVG-Präsident Jürgen Mertz präsentierte dem erweiterten Präsidium in seiner Grundsatzrede zentrale Punkte für 2015. Foto: ZVG

Die Grundsatzrede von ZVG-Präsident Mertz brachte es auf den Punkt: „Wir müssen dem Verbraucher den tatsächlichen Wert unserer Produkte und Dienstleistungen verständlich machen, das hat für mich oberste Priorität.“ Die Botschaften der vom ZVG in Auftrag gegebenen Marktforschungsstudie zeigten, wie groß die Unterschiede in der Wahrnehmung der Branche durch den Verbraucher seien.

ZVG sieht Alarmsignal: Wenn der Preis über den Kauf entscheidet

„Dass Werbung für Blumen und Pflanzen kaum registriert wird und beim Kauf von Blumen und Pflanzen in erster Linie der Preis entscheidet, muss für uns ein Alarmsignal sein“, so Mertz. Die Diskussion innerhalb des Verbandes sei aber so weit fortgeschritten, dass man in diesem Jahr mit der Entwicklung von konkreten Konzepten und Maßnahmen rechnen könne. „Der Verbraucher hat uns einen roten Faden gelegt, den wir aufnehmen müssen“, ermutigte Mertz die Zuhörer. Der ZVG werde diesbezüglich mit Kontinuität, Beharrlichkeit und Argumentationsstärke vorangehen.

ZVG-Nachwuchskampagne stimmt optimistisch

Optimistisch stimmten laut Mertz die bisherigen Ergebnisse der aktuellen Nachwuchswerbekampagne. Schließlich blicke die Gartenbaubranche auf stabile Ausbildungszahlen. Darauf müssen Unternehmen und Verband nun aufbauen. Eine Fortsetzung der Kampagne sei wichtig, um „gute Köpfe“ für den Gartenbau zu gewinnen.

Mindestlohn und schwierige Marktsituation für den Apfel

Als weitere Themen, die den Verband und die Branche in diesem Jahr beschäftigen werden, nannte Mertz die Ausgestaltung des kürzlich in Kraft getretenen flächendeckenden Mindestlohns, die gegenwärtig schwierige Marktsituation für den deutschen Apfel und die zugesagte bundespolitische Förderung der Energieeffizienz im Gartenbau. Zudem sei die Situation bei der Harmonisierung von Pflanzenschutzmittelzulassungen nach wie vor unbefriedigend.

ZVG begrüßt Gastreferenten zum Thema Pflanzenschutz

Die Tagung des erweiterten Präsidiums fand zum Start der Internationalen Grünen Woche statt. Als Gäste nahmen Prof. Dr. Bernd Böhmer, Leiter des Pflanzenschutzdienstes der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen sowie Dr. Franziska Waldow vom Julius-Kühn-Institut und der Bundestagsabgeordnete Harald Ebner teil. Sie beleuchteten in Gastvorträgen das Thema Pflanzenschutz aus verschiedenen Blickwinkeln. (zvg/ts)