Grüne Branche

ZVG und BGL: „Rosenkrieg“ beendet?

, erstellt von

Die Verbände der Branche sind sich nicht immer „grün“: Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) plant allen Anzeichen nach seinen Austritt aus dem Zentralverband Gartenbau (ZVG). Schon vor acht Jahren hat der GaLaBau-Bundesverband das Boot verlassen. Nun ruft BGL-Präsident Lutze von Wurmb allerdings zur Geschlossenheit auf.

Während der BdB über den Ausstieg nachdenkt, könnte sich eine Lösung des Zerwürfnisses zwischen BGL und ZVG anbahnen. Foto: Thomas Reimer / Fotolia

BGL und ZVG nähern sich nach Funkstille wieder an

„Wir sind schon vor Jahren aus dem ZVG ausgetreten. Fast ein Jahrzehnt herrschte Funkstille. Jetzt sind wir aber dabei, vorsichtig erste Gespräche mit dem Zentralverband aufzunehmen“, sagte der Präsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau gestern während der BdB-Wintertagung in Goslar in einem Grußwort. Tags zuvor hatten die BdB-Mitglieder in einer Abstimmung ihrem Präsidium die Vollmacht erteilt, über einen Ausstieg aus dem ZVG zu entscheiden. Ein Umstand, der laut von Wurmb den Zentralverband zum Nachdenken angeregt habe.

BGL Präsident Lutze von Wurmb regt grüne Verbände zur Geschlossenheit an

Im Angesicht der drohenden Scheidung von ZVG und BdB ermutigt nun der aktuelle BGL-Präsident zu Besonnenheit und Geschlossenheit: „Ich bin guter Hoffnung, dass wir Landschaftsgärtner offen mit dem Zentralverband kommunizieren können, und hoffe wirklich, dass es auch dem BdB gelingt, gemeinsame gärtnerische Themen zu finden, über die man sich auf fachlicher Ebene austauschen kann. Denn unter dem Strich muss man sehen, dass im politisch geprägten Berlin eine Zersplitterung unter den Verbänden ebenso wenig gern gesehen wird wie auf europäischer Ebene.“

2009: Kein Vorankommen beim grünen Dachverband

Die Ehe zwischen ZVG und BGL hatte am 31. Dezember 2009 ihr Ende gefunden. Schon seit Jahren hatte es unterschwellig gekriselt. Den offiziellen Grund für das endgültige Aus legte ein Kündigungsschreiben an den ZVG offen: Zu wenig Unterstützung habe der BGL bei der Finanzierung von Motorsägen-Kursen von Seiten der Berufsgenossenschaft erfahren.

Hinter mehr oder weniger vorgehaltener Hand jedoch kursierte die Aussage, dass sich der Zentralverband Gartenbau geweigert habe, einen grünen Dachverband zu gründen – in dem sich alle Parteien auf gleicher Augenhöhe bewegt hätten, wie der damalige BGL-Präsident Hanns-Jürgen Redeker gegenüber Medienvertretern bestätigte.

Anderen Quellen zufolge habe sich der Zentralverband nicht direkt geweigert, sondern einfach nur zu langsam agiert. „Wir arbeiten seit fünf Jahren an einem neuen, grünen Dach, ein entsprechender Satzungsentwurf liegt vor, aber es geht nicht weiter“, bemängelte damals BGL-Hauptgeschäftsführer Dr. Hermann Kurth im Gespräch mit der TASPO.