Grüne Branche

ZVG: Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln in Europa verbessern

Das Präsidium des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG) hat sich im Rahmen seiner jüngsten Sitzung ausführlich mit den Entwicklungen der europäischen Pflanzenschutzpolitik befasst. Die Dringlichkeit der Lage veranlasste die Gartenbau-Unternehmer und berufsständischen Repräsentanten, mit einer Resolution nachdrücklich an die Bundesregierung zu appellieren.

Heinz Herker, Präsident des ZVG, fordert daher im Sinne der im ZVG organisierten Gärtner "ein klares Bekenntnis der nationalen Politik zum heimischen Anbau von Obst, Gemüse, Gehölzen und Zierpflanzen mit einem modernen und nachhaltigen Pflanzenschutz." Die Harmonisierung der Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln in Europa sei konsequent voranzutreiben. Unterschiedliche Bewertungsverfahren und -standards in den einzelnen Mitgliedsstaaten führten derzeit dazu, dass im Gartenbau, insbesondere bei Obst und Gemüse, in vielen Anwendungsgebieten keine ausreichenden Pflanzenschutzmittel mehr zur Verfügung stünden. Eine ausgewogene Resistenzstrategie im kontrollierten Integrierten Anbau werde zunehmend unmöglich. Der ZVG appelliert an die Bundesregierung, sich nachdrücklich und kompromisslos für eine obligatorische Zulassung bei gleichen Anwendungsbestimmungen in den entsprechenden Zonen Europas einzusetzen. Zudem sollten sich die Mitglieder des Europäischen Parlamentes ebenso für die zonale Zulassung mit gleichen Anwendungsbestimmungen entscheiden. Mit großer Sorge begleitet der ZVG die aktuellen Entscheidungen zu den wirkstoffbezogenen gefahrenbedingten Ausschlusskriterien. Dies machte die Interessenvertretung der deutschen Gärtner bereits mehrfach öffentlich und gegenüber der Politik deutlich. Es sei davon auszugehen, dass aufgrund der Vorschläge des Agrarrates rund fünf bis zehn Prozent der Wirkstoffe wegfallen werden. Der Zentralverband Gartenbau fordert die Bundesregierung auf, das tatsächliche Risiko beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu betrachten. Basis für Entscheidungen dürften nur wissenschaftlich fundierte Fakten sein. Vor der Verabschiedung der Verordnung sei eine Folgenabschätzung bei der Umsetzung der stoffbezogenen Ausschlusskriterien durchzuführen.