Grüne Branche

Zwischen Bestandsgefährdung und Wandel: Sowjetische Garnisonfriedhöfe

Ausländische Militärfriedhöfe sind bekanntermaßen Bestandteile der deutschen Friedhofslandschaft und genießen hierzulande gesetzlichen Schutz. Die Gräberstätten, deren Situation im Folgenden erörtert werden soll, entstanden in der Zeit nach 1945.

Garnisonfriedhof Potsdam, Michendorfer Chaussee. Zentraler Gedenkplatz mit Bronzeplastik von Walter Bullert „Soldat mit Fahne“ vor der Pergola. Der Friedhof beherbergt die Gräber von 2.398 in den Frühjahrskämpfen 1945 gefallenen Rotarmisten sowie von 2.829 sowjetischen Militär- und Zivilpersonen, die während des Truppenaufenthalts bis 1990 in Deutschland verstorben sind. Foto: AG SGE

Sie beherbergen Gräber ausländischer Militärangehöriger und Zivilpersonen, deren Aufenthalt in Deutschland zwar als Folge des Zweiten Weltkrieges verstanden werden muss, deren Ableben jedoch nicht kausale Folge von Kampfhandlungen gewesen ist. Es handelt sich dabei um jene sowjetischen Friedhöfe, die als Garnisonfriedhöfe bezeichnet werden. Sie wurden ab 1946 auf Grundlage des SMAD-Befehls Nr. 117 vom 15.04.1946 an den damaligen Hauptstandorten der sowjetischen Besatzungstruppen in Deutschland zur Beerdigung verstorbener Bürger der UdSSR errichtet. Es handelt sich dabei um Personen, die sich im Zusammenhang mit der militärischen Besetzung und Verwaltung in Deutschland aufhielten und infolge von Unfällen, Krankheiten, Suiziden und Straftaten hier verstorben sind.

Insgesamt wurden nach heutigem Kenntnisstand auf dem Territorium der damaligen sowjetischen Besatzungszone 18 Garnisonfriedhöfe angelegt, die bis 1990 als Begräbnisstätten dienten und auf denen schätzungsweise etwa 17.000 Bürger der UdSSR ruhen. Ihre Einrichtung war vor allem zweierlei Gründen geschuldet: Viele sowjetische Soldaten hatten während des Krieges ihre gesamten Familien verloren oder ihre Angehörigen waren infolge der Kriegsereignisse nicht auffindbar. Mehr dazu in der Oktober-Ausgabe der Friedhofskultur ab Seite 26.