Good News: regionale Pflanzen für Floristen

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Italienisches Wochenende von Trioflor am Standort Nützen: Zitrus, Oliven und jede Menge Kräuter. Foto: Trioflor

Wie lässt sich die Versorgungslage der Blumenfachgeschäfte sicherstellen, die ihren Standort nicht in der Nähe eines Blumengroßmarktes haben? Und wie kann ein Gartenbau-Betrieb die eigene Absatzsicherung vorantreiben und dabei möglichst noch die Marktposition ausbauen? Diese Fragen brennen vielen Floristen und Erzeugern unter den Nägeln. Die gute Nachricht ist: beides geht – sogar im Zusammenspiel.

Die Gartenbaubetriebe Krayenhagen (Nützen), Stoltenberg (Tangstedt) und Jeß (Lübeck) gehören mit jeweils 10.000 Quadratmetern unter Glas zu den renommierten Zierpflanzenerzeugern in Schleswig-Holstein. Alle drei Betriebe vermarkten über den Blumengroßmarkt Hamburg (Jeß und Stoltenberg über eine gemeinsame Handelsfirma), alle drei Familienunternehmen sind gesund, alles läuft in geordneten Bahnen.

Betriebe durch Zusammenarbeit zukunftssicher machen

Und doch stellt sich für Inga Balke (geborene Krayenhagen), Johann Stoltenberg und Martin Jeß die Frage: Wie lassen sich die Betriebe zukunftssicher machen? Die Antwort: durch Zusammenarbeit. „Es hat ein halbes Jahr gedauert, bis der grundsätzliche Abstimmungsprozess abgeschlossen war“, erinnert sich Inga Balke. Das Ergebnis: Am 1. Januar 2013 wurde das gemeinsame Handelsunternehmen Trioflor gegründet. Seither geht es bergauf!

Alle drei Gartenbaubetriebe sind weiterhin selbstständige Unternehmen – allein schon aus rechtlichen, steuerlichen und versicherungstechnischen Gründen. Doch liefern alle drei Betriebe an die gemeinsame Handelsgesellschaft Trioflor, die die Vermarktung übernimmt. Untereinander abgestimmt werden die Produkte und die Mengen, „jeder macht das, was er am besten kann“, benennt Inga Balke das Entscheidungsprinzip.

Regionale Pflanzen aus Eigenproduktion

Violen, Primeln, Ranunkeln, Hortensien, Begonien, Cyclamen, von Beet- und Balkonpflanzen bis zu den Weihnachtssternen: „Im Prinzip produzieren wir alles selbst, was aus der Region kommen kann“, erklärt Inga Balke. Mit anderen Worten: Regionale Ware, die sich bekanntlich bei den Verbrauchern wie Floristen immer größerer Beliebtheit erfreut. Zwischen 20 und 25 Prozent macht die Eigenproduktion aus.

Hinzu kommt der Vertrieb von Handelsware. Wie in anderen Arbeitsfeldern auch, sind die Bereiche klar aufgeteilt. So kümmert sich Inga Balke um den Einkauf vom Niederrhein und aus Italien, Johann Stoltenberg ist für Holland und Dänemark zuständig, alle drei sind morgendliche Ansprechpartner auf dem Blumengroßmarkt Hamburg.

Online-Shop von Trioflor „zusehends mehr genutzt“

Doch wenn da die Tore schließen, macht Trioflor noch lange nicht zu. Zwei Mitarbeiter kümmern sich sprichwörtlich von 8 bis 8 Uhr um den Telefonverkauf, drei Fahrzeuge sind unterwegs. Die Ware wird morgens konfektioniert, mitgenommen werden auch Partien anderer Marktbeschicker, etwa aus dem Schnittblumenbereich. Zudem gibt es den Online-Shop, der laut Inga Balke „zusehends mehr genutzt“ wird. All das passiert auf dem BGM Hamburg, was die hohe, sich stetig wandelnde Bedeutung der Blumengroßmärkte unterstreicht.

Und damit wären wir bei den Floristen und ihren Versorgungsschwierigkeiten. Trioflor fährt beispielsweise in den hohen Norden von Schleswig-Holstein zu Blumeneinzelhändlern, die aufgrund der Entfernung nicht mehr (Generationenwechsel) regelmäßig zum Blumengroßmarkt Hamburg kommen. Bedient werden ebenfalls Floristen, die noch nie Kunde auf dem BGM der Hansestadt waren. Über den Lieferdienst sind beide Kundengruppen Abnehmer der Ware des Blumengroßmarktes.

Blumen direkt vor die Tür

Die Blumen kommen nicht im Karton, sondern von Fachleuten produziert, gekauft, konfektioniert und transportiert direkt vor die Tür. In Zeiten, in denen viele Breitfahrer aufgeben, ist die Kombination dieses Services mit der Marktpotenz von Trioflor – „das Komplettpaket“, wie Inga Balke sagt – zukunftsweisend.

Der komplette Beitrag über Trioflor ist in unserer Serie „Good News“ in der TASPO 13/2017 erschienen. Ein Exemplar der Ausgabe können Sie per Mail bei Melanie Schuhmacher bestellen.

 

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