Nachgehakt: Aldi verbannt Neonicotinoide

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Mitte 2016 will Aldi auch die Anlieferung von Schnittblumen verbieten, die unter dem Einsatz von Neonicotinoiden produziert wurden. Foto: Aldi Sued

Seit dem 1. Januar 2016 hat der Discounter Aldi Süd die Bestimmungen für die Anlieferung von Obst und Gemüse verschärft. Produkte, die unter anderem mit Neonicotinoiden behandelt wurden, sind seit diesem Zeitpunkt tabu. TASPO Online fragte bei Aldi Süd nach, wo die Gründe liegen, ob Aldi die Zulieferbetriebe kontrolliert und wann die Bestimmungen für Schnittblumen und Zierpflanzen ebenfalls verschärft werden.

Wie garantiert Aldi die Bienenfreundlichkeit von Obst und Gemüse, das für den Verkauf angeliefert wird? Kontrolliert Aldi den Anbau beziehungsweise die Zulieferbetriebe?

Von all unseren Lieferanten für Obst und Gemüse fordern wir GLOBALG.A.P zertifizierte Erzeugnisse. Mittels der GGN-Nummer lässt sich so auch der Produzent der Ware ermitteln. Sollten uns Auffälligkeiten oder Verstöße gegen unsere Anforderungen bekannt werden, behalten wir uns selbstverständlich entsprechende Konsequenzen vor.

Gilt die Maßgabe für den Verzicht von Neonicotinoiden auch für Blumen und Pflanzen? Wenn ja, ab wann?

Diese Anforderungen haben wir auch für die Produktion von Zierpflanzen und Blumen gestellt und unsere Lieferanten gebeten, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um die gestellten Anforderungen künftig einzuhalten. Als Zeitpunkt für eine Umsetzung gilt bei Schnittblumen der 1. Juli 2016 und für sonstige Pflanzen der 1. Januar 2017.

Weshalb hat sich Aldi dazu entschieden, unter anderem Neonicotinoide zu verbannen?

Nach intensiven Gesprächen mit Pflanzenschutzberatern des Obst- und Gemüsebaus sehen wir uns in der Verantwortung, die Qualitätsstandards von Obst und Gemüse entsprechend aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse zu optimieren und den Bienenschutz in Deutschland aktiv zu fördern.
 
Wir haben daher im vergangenen Jahr gemeinsam mit Aldi Nord entschieden, den Einsatz bestimmter Wirkstoffe beim Anbau von deutschem Obst und Gemüse auszuschließen.
 
Folgende Wirkstoffe werden ab dem 1. Januar 2016 nicht mehr eingesetzt:  Chlorpyrifos, Clothianidin, Cypermethrin (der Wirkstoff alpha-Cypermethrin ist hiervon ausgenommen), Deltamethrin, Fipronil, Imidacloprid, Sulfoxaflor und Thiamethoxam. Einige der genannten Wirkstoffe sind in Deutschland aktuell ohnehin nicht zugelassen. Bei anderen Wirkstoffen läuft die Zulassung in absehbarer Zeit aus. Eine Anwendung ist somit gesetzlich nicht erlaubt oder es existieren bereits alternative Wirkstoffe.

 

Comments (1)

  1. harperadams at 08.02.2016
    Liebe TASPO,
    Schade, dass ein fachlicher und informativer Artikel wie dieser durch die Überschrift so zerstört wurde. Während Neonicotinoid wie „Acetamiprid“ nicht auf der Verbotsliste sind, tauchen hier deutlich mehr Wirkstoffe aus der Gruppe der Organophosphate und Pyrethroide auf. In dem Artikel geht es also nicht um Neonicotinoide – sondern vielmehr um bienengefährliche Insektizide.
    Artikel wie diese tragen aus meiner Sicht nicht zu einer differenziert Betrachtung bei. Weder mit dem Blick auf Bienenschutz, noch auf Journalisten und Redakteure.
    Der gute Journalist darf sich auf keine Seite stellen – auch nicht auf die Gute

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