2022 wieder von Trockenheit geprägt

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Auch das Jahr 2022 war erneut von Trockenheit und zu wenig Niederschlägen geprägt. Foto: James Frid/ Pexels 

In den vergangenen Jahren waren unsere Sommer vor allem von Hitze, Dürre und Trockenheit geprägt, so auch das bisherige Jahr 2022, wie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen kürzlich bekannt gab. Aktuelle Tiefdruckgebiete sorgen insbesondere im Norden für dringend benötigte Niederschläge.

Nur etwas mehr als Tropfen auf den heißen Stein

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) hat kürzlich Bilanz gezogen und die diesjährigen Niederschläge analysiert. Demnach habe es über viele Wochen kaum nennenswerte Niederschläge im Norden gegeben. Erst im November lag Norddeutschland im Einflussbereich eines Tiefdruckgebietes, welches für Regenfälle sorgte, die für die Pflanzen auf Ackerflächen und die Wälder Niedersachsens dringend nötig waren. Eine Entwarnung könne allerdings nicht gegeben werden, so die LWK. Zwar seien die Niederschläge für viele Pflanzenbestände, Grünland, Gärten, Baumschulen und Wälder endlich etwas mehr als nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. „Genau genommen aber auch noch nicht viel mehr“, verdeutlicht Dr. Karsten Mohr, bei der LWK zuständig für die Themen Immissionsschutz, Wasserschutz, Naturschutz und Waldökologie.

Erst zwei Drittel der üblichen Niederschlagsmengen

Die Messstationen der LWK unterstreichen den Wassermangel der Pflanzen, insbesondere der Wälder. Hier stehen mehrere Messstationen der LWK in Oldenburg, Lüchow-Dannenberg und in der Nähe von Hannover. „Zwar kommen die Pflanzen im Herbst und Winter aufgrund der niedrigen Temperaturen mit vergleichsweise wenig Wasser aus – doch bei einem tieferen Blick in die Böden wird das Ausmaß der Hitze und Dürre in den zurückliegenden Monaten deutlich“, sagt Mohr. Die Messstationen sprechen demnach eine deutliche Sprache, denn aktuell seien in Niedersachsen gerade mal zwei Drittel der üblichen Niederschlagsmengen gefallen. Durchschnittlich liege der Jahresniederschlag im Flachland hier bei etwa 450 und 850 Millimeter pro Quadratmeter, im Harz seien es etwas mehr als 1.000 Millimeter, in höheren Gebieten rund 1.400 Millimeter.

Dürre-Folgen tief im Boden sichtbar

In den Trockenphasen behelfen sich die Pflanzen mit dem tiefer im Boden gespeicherten Wasser. Hier kommt es demnach zur Austrocknung der Böden in Tiefen von bis zu fünf Metern. „In einigen Wäldern Niedersachsens ist der Boden sogar noch in über fünf Meter Tiefe ausgetrocknet.“ Man geht an der LWK davon aus, dass ein gesamtes durchschnittliches Jahr notwendig sei, um die Böden wieder zu durchfeuchten und das darunter liegende Grundwasser aufzufüllen. Die Hoffnungen liegen demnach auf dem norddeutschen Wetter in den nächsten Wochen. „Der Klimawandel zwingt uns alle Wasser zu sparen, ob draußen in Wald und Flur oder beim Wohnen und in den Betrieben – auch bei Regen“, fordert Mohr daher zur Sparsamkeit beim Wasserverbrauch auf.

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