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FDF-Mitgliederbefragung Nordrhein-Westfalen

Viele grüne Fachgeschäfte fürchten, durch eine Einschränkung ihres Sortimentes Einbußen zu erleiden. Das zeigte jetzt auch die Mitgliederbefragung des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen (NRW) im Fachverband Deutscher Floristen (FDF), in der 64 von 80 Mitgliedern geantwortet hatten: "Wir versuchen, alle Kunden anzusprechen und nicht nur einen bestimmten Kundenkreis." Er sieht hier die große Gefahr für die Unternehmen, sich zu verzetteln, äußert sich dazu Bundes- und NRW-Landesverbandspräsident Helmuth Prinz (Mönchengladbach) und verweist auf eigene gute Erfahrungen mit der Spezialisierung seines Geschäftes auf hochwertige Angebote. "Man kann nun einmal nicht gegen die Sortimentsauswahl von Baumärkten gegenhalten." Auch sonst überraschen die Ergebnisse der NRW-Mitgliederbefragung: Der Großteil der insgesamt 80 Fachgeschäfte, die geantwortet haben, gab an, mit Mitarbeitern keine Probleme zu haben (73 Betriebe) und ein fast familiäres Verhältnis zu ihnen zu pflegen (57 Betriebe). Nur sehr wenige der Befragten hatten im vergangenen Jahr Schwierigkeiten, neue Mitarbeiter zu finden (14 Betriebe). Die meisten waren deshalb auch der Auffassung, dass höhere Löhne (64 Betriebe) und mehr Urlaubstage (77 Betriebe) keinesfalls dazu beitragen, qualifiziertere Mitarbeiter zu finden beziehungsweise deren Abwanderung zu verhindern. Auch der Aussage, dass die langen Arbeitszeiten den Beruf Florist/Floristin wenig attraktiv machen, widersprach die Mehrheit (56 Betriebe). Die Anwendung der Tarifbestimmungen des Fachverbandes bereitet den meisten Befragten nach eigenen Aussagen (68 Betriebe) keine Schwierigkeiten. Die Personalkosten bewertet die Hälfte der Unternehmen aber als sehr hoch (40 Betriebe). Ob diese Antworten auch Einfluss auf die Tarifpolitik des Verbandes haben, ist fraglich, zumal die Antworten tendenziell eher von erfolgreicheren Geschäften kommen und keinen repräsentativen Querschnitt zeigen, wie der Präsident vermutet. Die laufenden Tarifverhandlungen befinden sich derzeit sowieso erst einmal in einer Ruhephase, da sich die Gewerkschaft mit einem Wechsel von Führungspersonen neu orientiert, gibt Prinz an - und auf die müsse man sich erst einmal einstellen. Im September geht es weiter, man sei aber auf einem guten Weg ("wir sind uns nahe"). Einer der schwierigsten Verhandlungspunkte betrifft nach seinen Aussagen das Thema Ost und West, das schlecht gemeinsam verhandelbar sei.

Um den Termin für Muttertag 2008, der bekanntermaßen genau auf dem eigentlich verkaufsfreien Pfingstsonntag liegt, wird es nach Aussagen des Präsidenten keine weiteren Diskussionen geben. An dem Termin werde man nicht weiter zu rütteln versuchen, um den Verbraucher nicht vollends zu verwirren, fasst er zusammen. Die einzelnen Landesverbände sind nun angehalten, sich bei den Ländern dringend um Sondergenehmigungen für die Öffnungszeiten zu bemühen. Für Hilfen und Argumente steht Prinz, der solche Verhandlungen für NRW bereits erfolgreich geführt hat, zur Verfügung.