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6. Österreichischer Christbaumtag in Kollnitz: Internationale Experten machten auch hier Hoffnung auf bessere Preise

Der 6. Österreichische Christbaumtag stand ganz im Zeichen der Diskussionen diesen Jahres in der Branche: "Kann man mit Christbäumen noch Geld verdienen?". Über 600 Produzenten und Händler aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Tschechien und der Schweiz verfolgten mit Spannung die Aussagen von zwei Experten dieser Sparte, Kaj ¯stergaard und Markus Schauer. Kaj ¯stergaard, Direktor des größten Weihnachtsbaumverbandes in Dänemark, berichtete über den enormen Flächenrückgang in Dänemark von über 25 Prozent. Dies könnte im Jahr 2005 durchaus zu einer Verknappung der Ware Weihnachtsbaum in Europa führen, was Preiserhöhungen zur Folge hätte. ¯stergaard bestätigte in Österreich, was er auch andernorts bereits formuliert hat: Er rechnet mit etwa 15 Prozent mehr Geld für die Produzenten, was nur ein Ausgleich der Preisrückgänge der letzten fünf Jahre wäre. Der Anteil der Nordmannstanne ist in Deutschland in diesem Zeitraum zwar von 50 auf 70 Prozent gestiegen, die so genannten Diskountbäume sind durch ein Überangebot von schlechten Qualitäten aber dennoch stark unter Druck geraten, weil viele Dänen die Produktion beendeten und die Bäume regelrecht verschleuderten. Die Bäume wurden teilweise für weniger als vier Euro pro Stück verkauft, die Gesamtkosten liegen aber bei sieben bis neun Euro pro Baum. Aufgrund eines generellen Qualitätsrückgangs, bedingt durch schlechte Samenqualitäten der letzten Jahre, hat der dänische Verband die Klassifizierung von drei auf zwei Klassen reduziert, was aber die anwesenden Produzenten nicht wirklich überzeugte. Für viele ist diese neue Klasseneinteilung nicht nachvollziehbar, da zu "schlechte" Bäume in die neue A-Klasse fallen. Genau das ist auch die Hauptkritik von Markus Schauer, dem wahrscheinlich größten Weihnachtsbaumhändler in Deutschland. Er vermutet in der neuen Klassifizierung eine versteckte Preiserhöhung und befürchtet eine Qualitätsverschlechterung. Schauer betrachtet den Produzenten durchaus als Partner, der einen gewissen Mindestpreis zum Überleben braucht. Auch Markus Schauer sprach von wahrscheinlichen Preiserhöhungen für diese Saison, gab aber zu Bedenken, dass der Handel gewisse Spannen benötigt, um die Kosten der Vermarktung und Logistik abzudecken.