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Abschied von den Baby-Boomern: Was kommt auf Unternehmen und Unternehmer zu?

In den nächsten Jahren werden sich immer mehr sogenannte Baby-Boomer – Menschen, die in den geburtsstarken 1950er- und 1960er-Jahren groß geworden sind – aus der Arbeitswelt verabschieden. Bereits im kommenden Jahr geht der Jahrgang 1947 in den planmäßigen Ruhestand. Welche Konsequenzen das für Unternehmen haben könnte, zeigt die Unternehmensberatung Becker von Buch (Hannover) auf. Sie ist eine klassische Unternehmensberatung, die sich auf die Belange kleiner und mittelständischer Unternehmen spezialisiert hat. 

Die geburtsstarken Jahrgänge 1950 bis 1960 erreichen das Rentenalter. Foto: Erwin Wodicka

Wer in den 1950er- und 1960er-Jahren erst den Kindergarten und dann die Schule besucht hat, wird sich bestimmt noch an eines erinnern: Es wimmelte nur so vor Kindern. Klassen mit 40 und mehr Schülern waren keine Seltenheit. Um bei dieser „Konkurrenz“ positiv aufzufallen, war Leistung nötig. Die Generation der sogenannten Baby-Boomer wirkte denn auch maßgeblich an der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Bundesrepublik mit.

Die Baby-Boomer bereiten sich in den nächsten Jahren allerdings auf ihren Ruhestand vor. Damit verliert der Arbeitsmarkt Hunderttausende von gut ausgebildeten, leistungsorientierten und motivierten Mitarbeitern.
Der Nachwuchs ist zwar da und größtenteils ebenfalls gut ausgebildet, die persönlichen Präferenzen sind aber andere: In den 1980er-Jahren kam der Computer, Mitte der 1990er schließlich das Internet. Die sogenannten „Digital Natives“ – junge Menschen, die mit Computern ebenso locker umgehen können wie einst Baby-Boomer mit Lego-Steinen – stellen Chefs vor neue Aufgaben. Das eigene Wohl, die eigene Karriere wird deutlich höher bewertet als früher.

Vorgesetzten von Mitarbeitern jünger als 35 Jahren rät die Unternehmensberatung deshalb:

  • Seien Sie Partner. Militärische Führung à la „Befehl ist Befehl“ fruchtet nicht. Chefs müssen in Zukunft überzeugen, und zwar mit Plausibilität und Wissen.
  • Seien Sie schnell. Wer überwiegend digital kommuniziert, erwartet und erhält meist auch umgehendes Feedback. Vorgesetzte sollten ihre Multitasking-Fähigkeiten ausbauen, um alle in kurzer Zeit auf den neuesten Stand zu bringen.
  • Seien Sie tolerant. Baby-Boomer arbeiteten noch, um zu leben. Im Gegensatz zu den „Twens“ von heute. Hier vermischt sich das Berufs- mit dem Privatleben, starre Arbeitszeiten und Stechuhr-Mentalität sind verpönt.
  • Seien Sie offen. Heimlichtuerei, Gemauschel und das „Wir-da-oben, Ihr-da-unten“ sind längst passé, Transparenz ist die oberste Maxime.
  • Seien Sie fortschrittlich. Selbst, wenn Sie Facebook & Co. für sich persönlich ablehnen, Social Media ist in modernen Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Unterstützen Sie entsprechende Ambitionen bei Ihren Mitarbeitern – und halten Sie sich ständig auf dem Laufenden, um Entgleisungen rechtzeitig zu ent- decken und ihnen entgegen steuern zu können. (ts)