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Spritzmittel illegal angewendet? Greenpeace untersuchte Gemüse aus sechs Supermärkten

Einkaufnetz, die Verbraucherorganisation von Greenpeace, ließ Gemüse aus dem Angebot der sechs größten deutschen Supermarktketten sowie Tegut untersuchen. Dabei fanden sich in 27 von 112 Gemüseproben aus konventionellem deutschen Anbau Pflanzenschutzmittelrückstände, die vom zuständigen Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nicht oder nicht für diese Gemüseart zugelassen sind. Es bestehe der dringende Verdacht auf eine illegale Anwendung dieser Spritzmittel, war letzte Woche auf der Homepage von Einkaufsnetz zu lesen. Das Gemüse wurde im September in den Supermärkten Aldi, Lidl, Edeka/ Spar, Metro, Rewe, Tengelmann und Tegut gekauft und zwar in Berlin, Dresden, Dortmund, Frankfurt, Hamburg, Mannheim, München und Stuttgart. Die Untersuchungen erfolgten in einem Speziallabor mit zwei Testverfahren, mithilfe derer etwa 300 verschiedene Pflanzenschutzmittel nachgewiesen werden können. Insgesamt wurden 35 Wirkstoffe gefunden, von denen sieben in Deutschland keine Zulassung haben (Diethofencarb, Endosulfan, Methomyl, Cypermethrin, Vinclozolin, Pyriproxyfen, Procymidon). Diese Wirkstoffe wurden in Tomaten, Kopfsalat und Gurken aus dem Sortiment von Tegut, Edeka, Lidl, Tengelmann und Rewe nachgewiesen. Darüber hinaus wurden weitere Wirkstoffe in drei Tomatenproben und einer Karottenprobe festgestellt, bei denen die Überprüfung der Zulassung ebenfalls den Verdacht auf einen illegalen Einsatz nahelegt. Greenpeace erstattete bei den zuständigen Behörden Anzeige. Wie vom BVL zu hören war, hat Greenpeace-Einkaufsnetz den Stand der Zulassung weitgehend richtig dargestellt. Die Wirkstoffe Endosulfan und Methomyl seien bereits seit 1991 nicht mehr in Deutschland zugelassen, dabei handele es sich also um einen bewussten Verstoß, so Jochen Heimberg, Pressesprecher des BVL. Über diese Untersuchung hinausgehend erstellte Greenpeace-Einkaufsnetz einen Supermarkt-Vergleich, wobei Greenpeace-Mitarbeiter 658 Obst- und Gemüseproben in den führenden Supermarktketten in Deutschland, Österreich und der Schweiz erwarben. Das Ergebnis: Zu den Supermärkten, deren Obst und Gemüse am wenigsten mit Pflanzenschutzmitteln belastet ist, gehören Aldi und Billa, die österreichische Tochter von Rewe. Am schlechtesten schnitten Lidl, Metro (Kaufhof, Real, Extra) und das schweizerische Unternehmen Migros ab. Im Mittelfeld liegen Edeka/Spar, Tengelmann, Tegut und Rewe.