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„Aktionsprogramm Insektenschutz“ gefährdet Spargel- und Beerenanbau

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Das Netzwerk der deutschen Spargel- und Beerenproduzenten hat eine Umfrage durchgeführt, inwiefern die Produzenten von Sonderkulturen vom „Aktionsprogramm Insektenschutz“ betroffen sind. Hintergrund sind Anwendungsverbote von Pflanzenschutzmitteln in Schutzgebieten.

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass ein Großteil der Spargelanbauer in der Existenz bedroht sei. Grafik: VSSE

2.700 Arbeitsplätze in Gefahr

Für die aktuelle Umfrage wurden insgesamt 1.000 Betriebe angeschrieben, 100 Unternehmen haben letztendlich an der Umfrage teilgenommen, die Anfang Dezember durchgeführt und ausgewertet worden ist. Im Fokus der Umfrage steht das heiß diskutierte „Aktionsprogramm Insektenschutz“, welches die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in Schutzgebieten untersagt. Um eine Einschätzung geben zu können, wie viele Betriebe denn überhaupt davon betroffen sein werden, wurde die Umfrage durchgeführt. Demnach haben im Mittel 39 Prozent der Spargelanbauer ihre Anbauflächen in Schutzgebieten, bei den Erdbeerbetrieben sind es sogar 50 Prozent. Sollte ein Anwendungsverbot von Pflanzenschutzmitteln in Schutzgebieten kommen, rechnen Spargelbetriebe mit rund 27 Prozent und Erdbeeranbaubetriebe mit 20 Prozent Ertragseinbußen. Bei Betrachtung geeigneter Ersatzflächen für ihre Produktion gaben 77 Prozent der befragten Betriebe an, dass sie keine ausreichenden und geeigneten Ersatzflächen haben, für den Fall, dass die Produktion in Schutzgebieten nicht mehr möglich sein sollte. Für manche Betriebe wäre der Wegfall von Anbauflächen in Schutzgebieten daher existenzbedrohend. Laut der Umfrage wären insgesamt 2.700 Arbeitsplätze in Gefahr.

Ergebnisse wurden an BMU geschickt

Aufgrund der Ergebnisse ihrer Umfrage sehe das Netzwerk der Spargel- und Beerenverbände hier großen Handlungsbedarf. Die Forderung, die Spargel- und Beerenproduktion weiterhin in Schutzgebieten zu ermöglichen, hat das Netzwerk daher auch in einer Stellungnahme an Bundesumweltministerin Svenja Schulze geschickt. Ebenso wurden Schulze und dem Bundesumweltministerium die Ergebnisse der Umfrage zugestellt, um auf die Auswirkungen auf die Sonderkulturproduktion hinzuweisen.

„Ohne Sonderkulturen gibt es weniger Natur“

„Ohne Sonderkulturen gibt es weniger Natur. Das ist das Besondere im Vergleich zu anderen großflächigen Kulturen. Blüten der Beeren- und von Spargelpflanzen liefern ein wichtiges Nahrungsangebot für Insekten, was sich in unterschiedlichen Studien zeigt. Eine Verlagerung der Anbaufläche in ungeeignete Gebiete oder gar ins Ausland ist sicher nicht im Sinne des Naturschutzes mit dem Blick auf regional produzierte Lebensmittel“, erklärt Simon Schumacher, Vorstandssprecher des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE) im Namen des Netzwerkes der Spargel- und Beerenverbände. Die detaillierten Umfrageergebnisse stellt der VSSE auf seiner Internetpräsens zum Download zur Verfügung.

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