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Aktualisierte Marktprognose für 2006: Ernteerwartungen wurden etwas erhöht

Gefragt waren auch bei den Jahreshauptversammlungen der deutschen Landesverbände wieder die Aussagen und Meinungen der dänischen Kollegen. Søren Overgaard Laursen analysierte in Bad Segeberg noch einmal das teilweise unerwartete Marktgeschehen und das Baumangebot der vergangenen Saison. Grundlage seiner Aussagen sei die Pflanzenzahl, die in jedem Land vor acht bis zehn Jahren gepflanzt worden sei sowie Gespräche mit 30 bis 50 Produzenten und Grossisten EU-weit. Ergänzend und korrigierend zu den Angaben aus dem Februar nannte Overgaard noch die Zahlen von Österreich und Frankreich. Österreichs Produktionsumfang liege gleich bleibend über die Jahre bei 1,5 Millionen Bäumen (plus 100000 der schlechteren Qualität), wovon 0,3 Millionen exportiert werden würden. Die Franzosen hätten hingegen weniger Bäume vermarktet als geschätzt. Im Endeffekt korrigierte Overgaard die Gesamt-Schätzungen für gute Pflanzen für 2006 nach oben: Einschließlich der österreichischen Produktion erwarte er jetzt ein Angebot von 20,5 Millionen guten und vielleicht 2,8 Millionen schlechteren Bäumen, also 23,3 Millionen insgesamt.

Allerdings sollte man 2006 nicht den gleichen Fehler machen und die schlechteren Bäume auf den Markt bringen, warnte der dänische Experte, gleichwohl wissend, dass diese Warnung vergeblich sein werde. Der Kampf gegen die Absatzprobleme müsse bei den sechs bis acht Großhändlern ansetzen, die vier bis sechs Millionen Bäume an die Ketten liefern. Hier gelte es, ein Umdenken im Sinne eines neuen Qualitätsbewusstseins zu erwirken. Schließlich seien die meisten dieser Händler selbst Produzenten und müssten ihrerseits auch ein Interesse an der Vermarktung guter Qualitäten zu guten Preisen haben. Overgaard ging auch noch einmal auf die Preise ein. Die Großhandelspreise 2005 lagen für A-Qualitäten der Größe 1,75 bis 2,0 Meter bei zehn bis zwölf Euro, für B-Qualitäten bei knapp neun Euro und für die „Schrott“-Bäume (1,50 bis 2,25 Meter) bei etwa 6,30 Euro. Viele Produzenten hätten aber auch für vier bis 4,70 Euro verkauft. Zu wenig, um die Kosten zu decken, meinte Overgaard. Zu Beginn der professionellen Weihnachtsbaum-Produktion waren vor allem die Herkünfte aus dem georgischen Ambrolauri bekannt. Seither haben sich die Saatguthandelsfirmen intensiv um weitere Herkünfte bemüht. Dennoch bevorzugen die meisten Anbauer in Europa nach wie vor eindeutig die Ambrolauri/Tlugi-Herkünft.