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Aktuelle Zahlen aus Holland zeigen hohe Wachstumsraten an

Überdurchschnittliches Wachstum signalisieren einige Zahlen, die in den letzten Tagen aus dem holländischen Zierpflanzenbau bekannt wurden. Dies betrifft sowohl den Handel als auch die Produktion. So war der Umsatz der Blumenveilingen im Mai 2006 um unerwartete 21 Prozent höher als im Mai 2005. Wie das Vakblad voor de Bloemisterij meldet, verursachten vor allem deutlich gestiegene Preise diesen Wachstumsschub. Schnittblumen notierten um vier Cent höher als im Mai 2005 (von durchschnittlich 21 auf 25 Cent). Bei Topfpflanzen ergab sich ein Anstieg des Durchschnittspreises von 1,45 auf 1,63 Euro. Auch bei den Gartenpflanzen ließ sich eine deutliche Preisanhebung von 32 auf 38 Cent realisieren. Nach dem Datenmaterial der Vereinigung Niederländischer Blumenversteigerungen erreichten die Veilingen von Januar bis Ende Mai 2006 etwa sechs Prozent mehr Umsatz als im gleichen Vorjahreszeitraum. Dies basiert auf einem Preisanstieg von sieben Prozent, während die Verkaufsmengen etwas niedriger als von Januar bis Mai 2005 ausfielen. Von Anfang Januar bis einschließlich der Woche 23 lag dieses Jahr der Durchschnittspreis bei Schnittblumen um zwei Cent höher als im gleichen Zeitraum 2005 (von 20 auf 22 Cent). Topfpflanzen erreichten einen Durchschnittspreis von 1,41 Euro. Dies entspricht einer Erhöhung um zwölf Cent gegenüber Januar bis Woche 23/2005.

Bei den großblumigen Rosen – der Nummer 1 unter den Schnittblumen – wurde in Woche 23 die „Milliardengrenze“ geknackt. Bis Ende der betreffenden Woche ließen sich rund 1,035 Milliarden Stück zum Durchschnittspreis von 30 Cent verkaufen. Überflieger bei den Topfpflanzen bleiben die Topfphalaenopsis. Obwohl bei diesen Orchideen die Liefermengen weiter ungebremst zunehmen – plus 21 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum 2005 – stieg ihr Durchschnittspreis von 5,10 auf 5,26 Euro. Wie es heißt, ist derzeit nur die begrenzte Verfügbarkeit von Jungpflanzen ein Grund für eine nicht noch stärkere Produktionszunahme bei den Topfphalaenopsis.

Laut Hoofdbedrijfschap Agrarische Groothandel (HBAG) erhöhte sich der holländische Export von Schnittblumen und Topfpflanzen in den ersten fünf Monaten 2006 um 2,8 Prozent auf etwa zweieinhalb Milliarden Euro. Wichtigster Abnehmer blieb Deutschland. Eine ungewöhnliche Zuwachsrate – plus 40 Prozent – wurde bei den Exporten nach Russland ausgewiesen.

Trotz des gestiegenen Gaspreises – er liegt in Holland derzeit bei etwa 28 Cent pro Kubikmeter – investieren die niederländischen Gärtner jetzt wieder verstärkt in neue Gewächshäuser. Laut Datenmaterial von AVAG – Branchenorganisation der Zulieferindustrie für den Unterglasgartenbau – wurden im ersten Quartal 2006 Bauprojekte in einer Größenordnung von 102 Hektar begonnen. Dies entspricht einer Zunahme um 36 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der ersten Quartale in den Jahren 1991 bis 2000 sowie um 14 Hektar gegenüber dem ersten Quartal 2005.