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Anbauerhebung: Strukturwandel im Gemüsebau schreitet voran

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Die Zahl der Betriebe mit Gemüseanbau im Freiland und im Gewächshaus ist gegenüber 2016 um gut sieben Prozent gesunken. Dennoch sind die Anbauflächen und die Gesamterntemenge nahezu konstant geblieben, wie eine Analyse des Statistischen Bundesamts (Destatis) zeigt.

Gemessen an der Anbaufläche zählt Spargel zu den bedeutendsten Kulturen im deutschen Gemüsebau. Mit insgesamt 25.900 Hektar lag er 2020 wieder auf dem ersten Platz. Foto: Markus Distelrath/Pixabay

Sinkende Zahlen: noch 6.107 Anbaubetriebe

Laut Statistikamt nahm die Zahl der Betriebe mit Gemüseanbau im Freiland und im Gewächshaus gegenüber der letzten Vollerhebung im Jahr 2016 von 6.580 auf 6.100 ab. Damit setzt sich der Trend der letzten Jahre weiterhin fort, schreibt die Bundesfachgruppe Gemüsebau (BfG) im Infodienst des Zentralverbands Gartenbau (ZVG) mit Blick auf die repräsentative Gemüseanbau-Erhebung 2020 des Statistischen Bundesamts. Die Gründe für diese Entwicklung sind demnach vielfältig. Einerseits ist die Ertragslage einzelner Kulturen durch den internationalen Wettbewerbsdruck sowie der Preiskampf zwischen Erzeuger und Handel zu nennen, andererseits sorgen der fehlende Pflanzenschutz und die verschärften Anforderungen und neuen Verordnungen gleichermaßen für unsichere Produktionsbedingungen. Zusätzlich sind die Kosten im Energie- und Lohnbereich in den vergangenen Jahren gestiegen. Die trockenen Sommer der vergangenen Jahre haben den Aufwand zur Bewässerung steigen lassen.

Im vergangenen Jahr 3,9 Millionen Tonnen Gemüse geerntet

Trotz der gesunkenen Anzahl an Betrieben sind Anbauflächen und Gesamterntemenge nahezu konstant geblieben. Laut Statistischem Bundesamt haben die Gemüsebau-Betriebe in Deutschland im Jahr 2020 insgesamt 3,9 Millionen Tonnen Gemüse geerntet. Die Gesamterntemenge lag damit auf dem Vorjahresniveau und knapp sechs Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2019. Insgesamt ernteten in Deutschland knapp 5.900 Betriebe auf 125.200 Hektar Gemüse im Freiland. Für die Bundesfachgruppe Gemüsebau bestätigen diese Zahlen, dass zügig an stabilen und fairen Wettbewerbsbedingungen in Deutschland gegenüber dem internationalen Handel gearbeitet werden muss und den verbliebenen Betrieben langfristige Perspektiven gegeben werden sollten, um die Vielfalt im deutschen Gemüseanbau zu erhalten.

Spargel mit größter Anbaufläche, Karotten mit größter Erntemenge

Die größten Freiland-Gemüseanbauflächen befanden sich 2020 in Nordrhein-Westfalen mit 25.000 Hektar, Niedersachsen mit 21.500 Hektar und Rheinland-Pfalz mit 18.500 Hektar. Spargel, Möhren beziehungsweise Karotten und Speisezwiebeln sind gemessen an der Anbaufläche die bedeutendsten Kulturen im deutschen Gemüsebau. Sie wuchsen im Jahr 2020 auf gut 41 Prozent der Anbaufläche. Mit insgesamt 25.900 Hektar (minus fünf Prozent gegenüber 2019) lag Spargel nach wie vor an erster Stelle. An zweiter Stelle lagen Möhren/Karotten mit einer nur geringfügig gestiegenen Anbaufläche von 13.800 Hektar. An dritter Stelle folgten Speisezwiebeln mit einer Anbaufläche von 12.300 Hektar (plus zwei Prozent im Vergleich zu 2019).

Im ökologischen Anbau wurden im Jahr 2020 insgesamt 379.600 Tonnen Freiland-Gemüse erzeugt. Dies entspricht zehn Prozent der Gesamterntemenge im Freiland und einer Steigerung um knapp 16 Prozent gegenüber 2019. Gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2019 stieg die Erntemenge sogar um mehr als ein Drittel (plus 34 Prozent). Die Freiland-Anbaufläche für Gemüse im ökologischen Anbau im Jahr 2020 betrug 16.100 Hektar und machte damit 13 Prozent der gesamten Freiland-Anbaufläche aus.

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