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ANVE: „Xylella fastidiosa in Italien? Schluss mit Fake News!“

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ANVE, der italienische Verband der Exporteure von Gartenbauprodukten, vertritt, schützt und betreut die italienischen Produzenten. Der Vorsitzende Leonardo Capitanio schildert in einem Gastkommentar, wie die Baumschulwirtschaft mit dem Auftreten von Xylella fastidiosa umgeht und weshalb der Branchenzweig zu Unrecht unter Generalverdacht steht.

Italienischer Gartenbau für Qualität anerkannt

„Der italienische Gartenbau ist ein bedeutender Sektor, der aus mehr als 100.000 Angestellten, über 30.000 Betrieben und einer marktfähigen Bruttoerzeugung von 2,5 Milliarden Euro besteht. Er ist im Ausland für seine Qualität anerkannt und geschätzt und steht weltweit an erster Stelle für die Anbauflächen, den Umsatz und die produzierte Sortenvielfalt. Aufgrund dessen werden mehr als 50 Prozent der Produkte exportiert.

Da wir mit lebendem Pflanzenmaterial arbeiten, unterliegen wir strengen pflanzengesundheitlichen Gesetzgebungen, die die Bedingungen für die Produktion und die Handhabung festlegen. In diesem Bereich folgen wir den Aktualisierungen der Normativbestimmungen und insbesondere der Notstandssituation der Bakterie Xylella fastidiosa, die eine sehr kleine Zone der Region Apulien befallen hat.

Dieser Bakterienbefall wurde seit seiner Erhebung 2013 vielfältig politisch, rechtlich und in den Medien behandelt, was unseren italienischen Gartenbauproduzenten bis heute erhebliche Handelsprobleme bereitet hat.

„In italienischen Baumschulen wurde keine Infektion durch Xylella ermittelt“

In diesem Zusammenhang muss deutlich gemacht und klar werden, dass im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern, wo die Infektion in Baumschulen ermittelt wurde, in italienischen Baumschulen niemals infizierte Pflanzen festgestellt wurden. Die Infektion wurde nur in Olivenhainen entdeckt, genau dies steht für die Gesundheit der Baumschulpflanzen und die Professionalität der Fachkräfte.

Außerdem wurde die Überwachung, sowohl des abgegrenzten Gebiets als auch der nicht befallenen Gebiete stark intensiviert, sodass bis heute insbesondere die Region Apulien aber auch die verbleibenden neunzehn italienischen Regionen, die meist kontrollierten Gebiete Europas sind.

Die jüngsten Überwachungstätigkeiten in Apulien ergaben folgendes:

  • Die Pufferzonen von zehn Kilometern und die Schutzzone von 20 Kilometern (innerhalb des infizierten Gebiets) wurden durch visuelle Untersuchungen, Probenahmen und Analysen überwacht. Falls infizierte Pflanzen entdeckt wurden, wurde daraufhin das Gebiet 100 Metern um diese herum kontrolliert.
  • Die entnommenen Proben wurden analysiert und all diejenigen, wo Zweifel bestanden oder die sich als positiv ergaben, plus ein Anteil derjenigen, die sich als negativ ergaben, wurden weiteren Bestätigungsanalysen unterworfen. Die Überwachung erfolgte auch in den nicht befallenen Gebieten, wo Wirtspflanzen ermittelt wurden.
  • Die Tank- und Servicestellen entlang der Verkehrswege, die Lecce und Brindisi mit Bari und Foggia verbinden und die an die Bahnstrecken angrenzenden Bereiche wurden geprüft; Bei der Überwachung in der Zeitspanne 2016 - 2017 wurden infizierte Pflanzen in der Schutzzone entdeckt, die alle gerodet wurden. In der Zeitspanne 2017 - 2018 wurden infizierte Pflanzen in der Schutz- und in der Pufferzone entdeckt, die teils schon gerodet wurden und teils kurz vor der Rodung stehen.

Ablehnende Handlungen gegenüber italienischen Produkten unbegründet

Deshalb muss betont werden, dass auch wenn sich die Rodung der infizierten Pflanzen verzögert hat, dies den verbleibenden Teil des regionalen und nationalen Gebiets, beziehungsweise den von den nationalen und internationalen Behörden fast zu 100 Prozent als unbefallen erklärten Bereich, nicht beeinträchtigt; ein Zustand, der in ganz Europa klar und gut bekannt sein sollte. Eine korrekte Kommunikation muss alle Daten objektiv darstellen.

Aufgrund dessen sind ablehnende Handlungen gegenüber dem italienischen Produkt seitens der ausländischen Kollegen unbegründet, könnten die gesamte internationale Produktionskette ins Chaos führen und unvorhersehbare Szenarien bei der Valorisierung und Auffindbarkeit der Pflanzen verursachen.

Italienische Baumschulen setzen Überwachungspraktiken nach strengsten Normen um

Alle Überwachungspraktiken werden entsprechend strengster internationaler Pflanzenschutznormen durchgeführt, die in der ganzen Europäischen Union und auch außerhalb auf dieselbe Weise erfolgen. All das, was in den europäischen Ländern gemacht wird, vollzieht sich auch in Italien, besser noch, mit zusätzlichen Ressourcen und Anstrengungen bei der Überwachung. Allein in Apulien wurden im regionalen Pflanzenschutzdienst über 200 Inspektoren eingesetzt, die ausschließlich die Xylella fastidiosa überwachen.

Um schließlich die vielen Fake News, die im Umlauf sind, zu bremsen, hat ANVE der Staatsanwaltschaft von Bari einen Bericht vorgelegt, um eine Reihe von irreführenden Aktivitäten, wie Veranstaltungen, Versammlungen, Webseiten, Beiträge in Sozialen Netzwerken, Blogs und Artikel in den Medien anzuzeigen, die oft zu Störungen der öffentlichen Ordnung und zur Verleitung der Nichtanwendung des Gesetzes führen und zusätzlich Konfusion gegenüber dem wahren Sachverhalt erzeugen. 

Fake News gefährden Arbeitsplätze 

Es geht nicht nur darum, dass Mitteilungen ohne wissenschaftliche Grundlage verbreitet werden, sondern auch darum, dass dieses viele, sehr viele Arbeitsplätze und hiermit die gesamte lokale und nationale Wirtschaft gefährdet.

Die Anwendung der Rechtsvorschriften zu verhindern, bedeutet tatsächlich ganz Apulien und die italienische Wirtschaft in Gefahr zu bringen. Wer das reale Problem der Xylella in Frage stellt und es den Behörden nicht erlaubt, einzugreifen oder wer dieses nach seinem eigenen Erdenken auslegt, was zu Unsicherheit bei den Angehörigen des Sektors führt, bringt Italien dazu, Arbeit zu verlieren.

Aufgrund dessen hat Anve beschlossen, diejenigen, die Fake News verbreiten, anzuzeigen und offiziell zu fordern, die strafrechtliche Relevanz der Tat zu prüfen. Die  Verbreitung falscher und tendenziöser Nachrichten ist eine Strafhandlung und muss als diese unter Strafe gestellt werden.

„Nachrichten in Print und Web oft irreführend“

Von daher möchte ich die internationalen Erzeuger und Händler in Bezug auf die Gesundheit, Zuverlässigkeit und Professionalität sowohl der italienischen Baumschulen und Gartenbaubetriebe als auch der italienischen Aufsichtsbehörden beruhigen und sie dazu auffordern, sich immer über offizielle Kanäle (Europäische Kommission, offizielle Forschungskonsortien XF-ACTORS und PONTE) zu informieren und nicht an die vielen irreführenden Nachrichten zu glauben, die in Printmedien und im Web zu finden sind.“