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Asiatischer Laubholz- und Citrusbockkäfer: neue Funde in der Schweiz und in Italien

Der Asiatische Laubholzbockholzkäfer (ALB) sorgt in der Schweiz weiter für Aufregung. Seit der Identifizierung des Befallsherds in Marly im Quartier „Les Rittes“ dauern die Gegenmaßnahmen an. „Wir hatten an den ersten beiden Tagen Glück“, sagt Dr. Doris Hölling vom Forschungsinstitut WSL in Birmersdorf, „es hat geregnet und so hingen die Tiere an den Blattunterseiten.“ Ast für Ast wurden so gleich zu Anfang weit über hundert Tiere abgesammelt.

Der ALB wird ohne Antennen bis 3,5 Zentimeter groß. Foto: Dr. Doris Hölling

Der Befall ist vermutlich auf seit mehreren Jahren in der Nähe gelagerte Holzpaletten aus China zurückzuführen. Denn während die Eiablage auf lebendem Holz geschehen muss, kann die weitere Entwicklung auch in totem Holz erfolgen.

Nachforschungen des Forschungsinstitutes haben Indizien ergeben, die einen Zusammenhang der Befallsherde Bruniesried (bereits 2011 entdeckt) und Marly nahelegen. Demnach ist es sehr wahrscheinlich, dass der Befall von Brünisried ein Folgebefall des rund zehn Kilometer entfernten Fund in Marly ist. Eine eindeutige Verwandtschaft kann voraussichtlich erst 2015 durch die Genetik festgestellt werden.

Die Lokalisierung der befallenen Bäume und das Fällen der Wirtsbäume beim Befallsherd „Les Rittes“ sind seit der Identifizierung des Befallsherds Anfang August gut fortgeschritten. Speziell geschulte Spürhunde und Baumkletterer sind im Einsatz. Fangbäume sollen ein Übergreifen auf andere Laubbäume verhindern, denn „dass alle beliebten Wirtsbäume wie Ahorne und Rosskastanien gefällt werden, verhindert natürlich nicht, dass die Tiere auf andere, weniger beliebte Laubbäume übersiedeln. Sogar Obstbäume können befallen werden. Das kam bisher noch nicht vor, ist aber theoretisch nicht auszuschließen“, weiß Dr. Hölling.

Außerdem wurde ein weiterer, jüngerer Befall in der Gemeinde Marly bestätigt. Eineinhalb Kilometer vom Quartier „Les Rittes“ entfernt, im „Chemin du Publiet“, finden nun auch Bekämpfungsmaßnahmen statt. Die Bewohner der Befallsgebiete, darunter auch Gärtnereien, dürfen keinen Grünabfall aus der Befallszone herausbringen. Anfallendes Schnittgut muss sofort zerhäckselt werden.

Im Juni trat ein neuer Befall mit dem noch gefährlicheren Verwandten des ALB, dem Citrusbockkäfer (CLB), in Italien auf, so die Pflanzenschutzorganisation EPPO. Befallsherde wurden in der Vergangenheit in Mittel- und Norditalien identifiziert.

Die neue Befallszone liegt in zwei benachbarten Bereichen der Gemeinde Prato (Toscana). Die Käfer wurden bei einer offiziellen Untersuchung des regionalen Pflanzenschutzdienstes auf Acer palmatum (Fächer-Ahorn) und Acer negundo (Eschen-Ahorn) gefunden. Bekämpfungsmaßnahmen wurden eingeleitet. (nq)